Frankreich beharrt auf Uno-Mandat
In Debatte um Wiederaufbau Iraks kommt offenbar Bewegung

Im Uno-Sicherheitsrat ist offenbar Bewegung in die seit Monaten andauernde Debatte um den Wiederaufbau Iraks gekommen. Großbritannien und die USA erörtern nach britischen Angaben eine neue Irak-Resolution der Vereinten Nationen (Uno) , um andere Staaten zu einer Beteiligung an den Milliardenkosten für den Wiederaufbau des arabischen Landes zu bewegen.

Reuters LONDON/TIKRIT. „Wir besprechen intern - und wir erörtern mit den Amerikanern - das mögliche Für und Wider“, sagte der scheidende britische Sondergesandte für den Irak, John Sawers, der „Financial Times“. Noch am Wochenende hatten die USA ihre Ablehnung einer neuen Uno-Resolution bekräftigt. Frankreich beharrt hingegen weiter auf einem Uno-Mandat für ein Engagement im Irak. In dem Golfstaat entkam nach US-Angaben bei der Großfahndung nach dem gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein und seiner engsten Verbündeten ein Gesuchter nur knapp.

Erste Vorverhandlungen könnten in einigen Wochen beginnen, sagte Sawers. Beide Staaten wollten jedoch zuvor klären, auf welche Rolle der Uno Russland und Frankreich bestehen würden. Die Kriegsverbündeten USA und Großbritannien hatten bislang erklärt, die bestehenden Irak-Resolutionen bildeten einen ausreichenden Rahmen für eine Unterstützung beim Wiederaufbau. Die ständigen Ratsmitglieder Russland und Frankreich sowie auch das nicht-ständige Mitglied Deutschland hatten sich indes gegen den Krieg ausgesprochen und fordern nun unisono eine neue Resolution für den Wiederaufbau.

Haben eine der Zielpersonen knapp verpasst

Die US-Regierung steht auch innenpolitisch unter Druck, die finanzielle und militärische Last des Irak-Einsatzes mit anderen Staaten zu teilen. Die etwa 148.000 US-Truppen sind fast täglich Anschlägen ausgesetzt. Zudem kostet der Einsatz die USA zurzeit rund vier Milliarden Dollar pro Monat. Noch am Samstag hatte US-Präsidialamtssprecher Scott McClellan eine neue Irak-Resolution für unnötig erklärt. Er räumte allerdings ein, dass mehrere Staaten ein weitergehendes Mandat der Uno als bisher wünschten. Mit diesen Staaten gebe es dazu erste Gespräche.

Bei der Großfahndung nach Saddam und seinen Gefolgsleuten durchkämmten im Irak erneut rund 300 US-Soldaten in der Nacht Dörfer im Umland von Tikrit - der Heimatstadt des gestürzten Staatschefs. Aus Militärkreisen verlautete, offenbar seien die Soldaten in einem Fall nur kurz zu spät gekommen, um einen der Gesuchten zu schnappen. Es sei aber jemand in Gewahrsam genommen worden, von dem sich die US-Armee wertvolle Informationen erhoffe.

Die USA machen vornehmlich Saddam-treue Kämpfer für die Anschläge auf US-Soldaten verantwortlich. Ein US-Bataillonskommandeur sagte, der Ring um die Saddam-Getreuen schließe sich. Bei einem neuerlichen Angriff wurde ein Soldat in Bagdad verletzt, als eine Granate auf eine Patrouille abgefeuert wurde. Nach dem Anschlag hätten die Soldaten ein Gebäude in der Nachbarschaft gestürmt und Dutzende Personen festgenommen, sagten Augenzeugen.

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