Frankreich, Deutschland und Großbritannien drohen Teheran
Schröder: Atomstreit mit Iran ist bedrohlich

Die Lage im Atomstreit mit Iran ist nach Angaben von Bundeskanzler Gerhard Schröder bedrohlich. Zugleich forderte Schröder Teheran zum Einlenken auf. Zuvor hat die EU angekündigt, dass sie, sollte Iran seine ausgesetzten nuklearen Aktivitäten wieder aufnehmen, die Vermittlungsgespräche im Atomstreit abbricht.

HB BERLIN/LONDON. Bundeskanzler Schröder betonte am Dienstag in Berlin: „Es ist eine Situation, die ich für bedrohlich halte. Die iranische Führung müsse wissen, dass es ihr nicht gelingen werde, die drei die Verhandlungen führenden EU-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie Russland und die USA zu spalten. Ohne Sanktionen durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen konkret zu nennen, sagte Schröder, es gebe Mittel und Wege, dafür zu sorgen, dass wirtschaftlicher Druck ausgeübt werde, wenn der Iran den Besitz von Atomwaffen anstrebe.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie EU-Chefdiplomat Javier Solana hatten vorher angekündigt, sollte Teheran nicht einlenken, gebe es nur die Möglichkeit, andere Vorgehensweisen anzuwenden. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Brief an den iranischen Chefunterhändler Hassan Rohani hervor. Die im Namen der EU verhandelnden drei Länder seien tief besorgt über ein Schreiben des Iran an die Internationale Atomenergiebehörde IAEA, in dem dieser ankündige, die umstrittene Urankonversion wieder aufzunehmen. Die EU forderte den Iran auf, in dem Streit auf einseitige Schritte zu verzichten.

Der Iran hatte die Entscheidung zur Inbetriebnahme der Atomanlage in Isfahan als unumstößlich bezeichnet. In ein bis zwei Tagen werde auch die Arbeit an den nuklearen Brennstoffen aufgenommen. Die USA werfen dem Iran vor, hinter seinem zivilen Atomprogramm die Entwicklung von Atomwaffen zu verbergen. Der Iran bestreitet dies. Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen im Namen der Europäischen Union (EU) in dem Streit zu vermitteln.

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