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Frankreich: Es wird keinen Merkozy-Wahlkampf geben

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht direkt in den französischen Wahlkampf eingreifen. Das sei Sache der Franzosen, stellte Präsident Nicolas Sarkozy klar. Ein Eingreifen Merkels war zuvor heftig diskutiert worden.

Merkel wird keine direkte Wahlkampfhilfe für Sarkozy leisten. Quelle: dapd
Merkel wird keine direkte Wahlkampfhilfe für Sarkozy leisten. Quelle: dapd

ParisEntgegen wochenlanger Spekulationen wird es im französischen Wahlkampf keine Großveranstaltung von Präsident Nicolas Sarkozy mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geben. Die deutsche Regierungschefin und CDU-Vorsitzende werde zwar nach Frankreich kommen und mit ihm gemeinsam über Europa reden, sagte Sarkozy am Mittwoch in einem Interview des französischen Radiosenders Europe 1. Merkel werde ihn aber nicht zu einer großen Kundgebung begleiten. „Der Wahlkampf, das ist die Sache der Franzosen“, sagte Sarkozy.

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Über einen gemeinsamen Auftritt von Sarkozy und Merkel war seit Wochen spekuliert worden. Merkel hatte ihrem französischen Kollegen bei einem Treffen Anfang Februar in Paris ihre Hilfe zugesagt. „Ich unterstütze Sarkozy in jeder Façon, weil wir einfach zu befreundeten Parteien gehören - egal was er tut“, sagte die Kanzlerin damals. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hatte kurz zuvor gesagt, Merkel wolle in Frankreich gemeinsam mit Sarkozy im Wahlkampf auftreten.

Kritik an den Plänen gab es zuletzt allerdings selbst von Sarkozys Beratern wie Henri Guaino, der sie offen als nicht gut bezeichnete. In der französischen Presse war Sarkozy teilweise als Schwächling dargestellt worden, der am Rockzipfel von Merkel hänge und die Wahlen am 22. April und 6. Mai nicht alleine gewinnen könne. Umfragen zufolge hat derzeit der Sozialist François Hollande die größten Chancen, nächster Präsident Frankreichs zu werden. Die deutschen Sozialdemokraten hatten angekündigt, Hollande im Wahlkampf zu unterstützen.

Frankreich

Die Kanzlerin hatte dies damit gerechtfertigt, dass die Wahlkampfhilfe unter Parteifreunden ganz normal sei; auch Sarkozy habe sie in ihrem Wahlkampf 2009 unterstützt. Sarkozys sozialistischen Herausforderer François Hollande, der in den Umfragen für die französische Präsidentschaftswahl deutlich vorn liegt, ließ Merkel abblitzen: Hollande hatte um ein Gespräch im Kanzleramt gebeten, er erhielt bisher jedoch keinen Termin. In Frankreich wird in zwei Runden am 22. April und am 6. Mai gewählt.

  • 14.03.2012, 14:55 Uhrwww.merlinsgirls.com

    Klar, verprassen wir noch ein paar Millionen, damit Frankreich den Praesidenten bekommt der Merkel genehm ist. Das ist doch wahre Demokratie!

  • 14.03.2012, 15:15 Uhrmargrit117888

    Oh, was für eine Meldung.
    Läßt Sarkozy seine Freundin Merkel fallen?
    Würde mcih freuen, wenn sie endlich mal Wind von vorne bekommen würde

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