Frankreich geht auf Deutschland zu
„Im Anfang war die Tat“

Francois Hollande und Angela Merkel gehen mit unterschiedlichen Interessen in den EU-Gipfel. Dass Paris aber dennoch auf Zusammenarbeit mit Berlin setzt, demonstriert Premier Ayrault mit einer sehr ungewöhnlichen Geste.
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ParisKritik und öffentlich ausgetragener Dissens waren gestern, jetzt stehen die Zeichen auf Freundschaft: Frankreichs Regierung ist seit einigen Tagen sichtlich um Entspannung im deutsch-französischen Verhältnis bemüht. Vorläufiger Höhepunkt: Gestern Abend erschien Premier Jean-Marc Ayrault zum Abschiedsempfang des deutschen Botschafters Reinhard Schäfers in Paris, eine völlig unübliche Geste.

Ayrault, der noch vor einer Woche mit Kritik an Merkel zitiert wurde, sagte, das sei ihm ein persönliches und politisches Anliegen gewesen. Der frühere Fraktionsvorsitzende der Sozialisten hat stets enge Beziehungen zu Schäfers gepflegt. Der Diplomat verlässt nach knapp vier Jahren die französische Hauptstadt.

Heute, da die Staatschefs schnell zum Telefon greifen, wenn es etwas zu klären gibt und sich ohnehin mindestens alle 14 Tage sehen, hat sich die Rolle von Botschaftern in der EU grundlegend geändert. Wenn sie ihre Arbeit gut machen, informieren sie ihre Regierung früh über politische Veränderungen, die in den offiziellen Gesprächen nicht zum Thema werden.

Und sie öffnen in schwierigen Phasen, wie während des französischen Präsidentschaftswahlkampfes und des absehbaren Machtantritts der Sozialisten Gesprächskanäle, die den Kanzleien und Außenministerien verbaut sind. Schäfers ist jemand, der genau das geschafft hat.

Ayrault verzichtete in seiner Rede auf deutsch-französische Lobhudeleien. Stattdessen wies er eindringlich auf die Notwendigkeit hin, besser bei der Euro-Rettung zusammenzuarbeiten und die Kooperation gleichzeitig für andere Partner zu öffnen. Er warb dafür, nicht vor Schwierigkeiten zu kapitulieren - und endete auf Deutsch mit einem Goethe-Zitat aus Faust: „Auf einmal seh ich Rat, Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!“

Im Gespräch mit einigen Journalisten ließ Ayrault durchblicken, dass sich beide Länder der Tatsache bewusst seien, dass Europa an einem Kreuzungspunkt stehe. Er wisse auch, dass sich die öffentliche Meinung in Deutschland verändere, skeptischer werde. Doch arbeiteten die beiden Regierungen an einer gemeinsamen Lösung. Wird die bis zum Gipfel fertig? Ayrault ließ die Frage unbeantwortet.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

Kommentare zu " Frankreich geht auf Deutschland zu: „Im Anfang war die Tat“"

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  • der Schrifher wars!

    Bingo: “Gespräche mit Gott”-Bücher

    http://www.celestine-prophezeiungen.de/celestine2/index.php

    gru&ampszlig;
    RONaLd HUgBBARD CELestINe

  • POLITISCHE STRAFTAT!

    Am Anfang steht der freundliche Hiwneis an die GRÜNE Stadtverordnete sich nicht in Gegenwart der ca. 10 Kinder der Nachbarschaft TAGSÜBER (also bei Tagelslicht) im Gemeinschaftsgarten zu räkeln. Der Rest ist Rache.

    http.. slash 81.169.142.204 slash dieseurlistgeheimundsogutwieeinbasicauthpasswort slash

  • Am Anfang war das CHEF MOBBEN! Und jetzt werft die ukrainischen Prstituierten raus und hört auf zu kiffen.

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