Frankreich
Homo-Ehe jetzt schon möglich

Homosexuelle können nun auch in Frankreich heiraten. Mit seiner Unterschrift unter das umstrittene Gesetz machte Präsident Francois Hollande den Weg frei für die "Ehe für alle". Die Opposition hat indes neue Proteste angekündigt.
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ParisDurch die Veröffentlichung im Gesetzblatt traten die neuen Regeln bereits diesen Samstag in Kraft. Der Verfassungsrat hatte am Freitagabend als letzte Instanz grünes Licht für Hochzeiten unter Schwulen und Lesben gegeben und eine Klage der Opposition abgewiesen. Gegner der Homo-Ehe, die zum Teil gewaltsam gegen das Gesetz demonstriert hatten, kündigten weitere Proteste an.

Mit der Homo-Ehe macht der Sozialist Hollande ein Wahlversprechen wahr. Das neue Gesetz gilt als die größte Sozialreform seit Abschaffung der Todesstrafe im Jahr 1981 durch Präsident Francois Mitterrand, dem großen Vorbild Hollandes. Die erste Eheschließung eines gleichgeschlechtlichen Paares ist am 29. Mai in Montpellier geplant. Bürgermeisterin Helene Mandroux sprach von einem großen gesellschaftlichen Fortschritt. "Die Liebe hat über den Hass triumphiert", sagte die oberste Standesbeamtin der südfranzösischen Stadt, äußerte zugleich aber Sorge über Proteste.

Die Gegner der Homo-Ehe riefen für Sonntag kommender Woche zu neuen Protesten auf. Ihre Wortführerin, eine Komikerin und Autorin mit dem Künstlernamen Frigide Barjot, rechnet mit bis zu einer Million Demonstranten. Die Opposition hatte zuletzt durch Anrufung des Verfassungsrats versucht, das Vorhaben zu kippen. Umfragen zufolge ist mehr als die Hälfte Franzosen für das neue Gesetz. Dessen ungeachtet sind Hollandes Umfragewerte vor allem wegen der Wirtschaftskrise und der hohen Arbeitslosigkeit im Keller.

Frankreich ist das 14. Land, das Schwulen und Lesben die Heirat gestattet. Die Homo-Ehe ist unter anderem in Deutschland, Kanada, Dänemark, Schweden sowie Uruguay und Neuseeland möglich. In den USA ist sie in der Hauptstadt Washington sowie zwölf Bundesstaten erlaubt. In Frankreich können Schwule und Lesben jetzt auch Kinder adoptieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Frankreich: Homo-Ehe jetzt schon möglich"

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  • Nein das ist nicht meine bevorzugte Strategie. Ich sage lediglich, dass Wirtschaft nicht das einzige Thema der Politik sein kann. Ueberhaupt finde ich, sollte sich der Staat aus der Wirtschaft eher heraushalten und Rahmenbedingungen setzen.

    Taubira wird, nicht nur von mir, sondern auch von anderen als eine herausragende Ministerin gehandelt. Mich wuerde interessieren, welche Justizreform - das ist schliesslich das Ressort der Justizministerin - Sie, paradox, angegangen sehen wollen.

  • Aha, ihre bevorzugte Strategie ist also, wir haben zwar keine Arbeit, aber dafür kann man heiraten. Macht ja nichts, wenn halb Europa dafür blutet. Hauptsache wir haben unseren Spass. Tabira ist eine Niete und kann nach Hause gehen, so sieht es aus, weil an die wichtigen Themen traut sich die Justizministerin nicht dran. Verantwortungsvolles Handeln sieht ganz anders aus.

  • Die Homo-Ehe (also die "Ehe für Alle") ist in Deutschland NICHT möglich.
    Faktisch falsch...

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