Frankreich
Kein "Steuerschutzschild" mehr für Reiche

Der "Steuerschutzschild" war einmal. Eingeführt von Frankreichs Präsident Sarkozy, schaffte die Nationalversammlung die Regel nun ab. Doch auch in dem neuen Vorgehen sieht die Opposition wieder ein Geschenk für Reiche.
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ParisDie französische Nationalversammlung hat den von Präsident Nicolas Sarkozy eingeführten „Steuerschutzschild“ für Reiche abgeschafft, den die Opposition als Symbol der Ungerechtigkeit kritisiert hatte. Die Abgeordneten stimmten in der Nacht zu Samstag für die Abschaffung der Regel.

Sie beschränkte die Summe aller Steuern auf maximal 50 Prozent der Einkünfte. Sarkozy hatte auf diese Weise Investitionen in Frankreich anregen wollen. Die Opposition hatte dies als Steuergeschenk für die Reichen kritisiert. Die reichste Frau Frankreichs, L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt, hatte auf diese Weise 2008 rund 30 Millionen Euro zu viel gezahlte Steuern wieder zurückbekommen.

Haushaltsminister François Baroin betonte, dass die Abschaffung des Steuerschutzschildes mit einer Heraufsetzen des Limits einhergehe. Künftig fällt die ISF-Steuer für Vermögen von mehr als 1,3 Millionen Euro an, bisher lag die Schwelle bei 800.000 Euro. Dadurch werden etwa 300.000 Steuerzahler von der Reichensteuer befreit. Die Opposition sieht darin „ein neues Steuergeschenk für Reiche“, das den Staat schätzungsweise zwei Milliarden Euro kosten werde.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Frankreich: Kein "Steuerschutzschild" mehr für Reiche"

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  • Eine Abgabenquote über 50% ist volkswirtschaftlich kontraproduktiv. Darüber hinausgehende Steuererhöhungen senken die Staatseinnahmen. Zum Nachlesen: Laffer-Theorem

  • Der möchte gern „Napoleon“ möchte sich also volksnah geben, da werden aber die Franzosen schmunzeln: Die Presse und die Medien hat er schon gleichgeschaltet, was kommt denn dann noch danach? Das sollen eben die Franzosen bei den nächsten Wahlen bitte schön selbst entscheiden...

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