Frankreich
Kritik an Chiracs Krisenmanagement wächst

Die französische Regierung gerät angesichts der ungebremsten Zunahme der Gewalt in den Vorstädten immer stärker in die Kritik der Opposition.

HB PARIS. Präsident Jacques Chirac, der am Sonntag die Wiederherstellung von Sicherheit und Ordnung zugesichert hatte, habe „viel zu spät“ das Wort ergriffen, sagte der Chef der Sozialisten, François Hollande, am Montag in Paris. Er äußerte sich „verwundert“, dass der Präsident „keine konkreten Maßnahmen für die Bevölkerung in den Problemvierteln“ vorgeschlagen habe, „die seit elf Nächten die Hölle durchleben“.

Auch die Grünen äußerten „Unverständnis“. Repression durch die Polizei sei nicht ausreichend, hieß es in einem Kommuniqué. „Nötig ist eine dringende politische Lösung, um die tief greifende soziale Not“ zu lindern.

In der Nacht zum Montag wurden im Umland von Paris aber auch in Toulouse, Rennes, Rouen, Straßburg, Nizza und Le Havre insgesamt 1 400 Autos in Brand gesteckt. Fast 400 Personen wurden festgenommen. Die schlimmsten Krawalle gab es in Grigny südlich von Paris, wo eine Bande von etwa 200 Jugendlichen Polizisten mit Steinen und anderen Wurfgeschossen angriff. Mehr als 30 Beamte wurden leicht verletzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%