Frankreich nach den Anschlägen: Zehntausende gehen auf die Straße

Frankreich nach den Anschlägen
Zehntausende gehen auf die Straße

In Frankreich demonstrieren Zehntausende gegen islamistischen Terror. Weiterhin gilt Alarmstufe Rot. Sicherheitskräfte bereiten den für Sonntag geplanten Trauermarsch, an dem auch Angela Merkel teilnehmen wird, vor.
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Paris/BerlinNach dem dramatischen Ende der Anti-Terror-Einsätze in Frankreich suchen die Ermittler unter Hochdruck mögliche Unterstützer der islamistischen Gewalttäter. Intensiv gefahndet wurde nach der weiter flüchtigen Lebensgefährtin eines der getöteten Terroristen.

Auch nach dem Tod der drei Männer galt am Samstag die höchste Alarmstufe. Staatspräsident François Hollande rief erneut Minister und Sicherheitsdienste zu einer Krisensitzung zusammen. Gegen die Welle der terroristischen Gewalt gingen am Samstag in zahlreichen Städten Zehntausende auf die Straße.

Zu einem großen Solidaritätsmarsch am Sonntag in Paris werden Hunderttausende erwartet. Hollande empfängt viele internationale Regierungsspitzen und führende Politiker, darunter auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Abwehrmaßnahmen und Warnungen gegen Anschläge blieben unverändert auf der höchsten Stufe, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve. Weitere spezielle Maßnahmen gegen den Terror seien für die kommenden Wochen geplant. Die Demonstration am Sonntag solle so geschützt werden, so dass eine Veranstaltung in Gedenken und Respekt gewährleistet sei, versicherten Cazeneuve und Premier Manuel Valls.

Mit dem Schweigemarsch soll der insgesamt 17 Opfer islamistischer Terrorakte seit Mittwoch gedacht werden. Sie starben beim Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“, einer Schießerei im Süden von Paris sowie zwei am Freitag mit einem Doppelschlag der Polizei beendeten Geiselnahmen.

Unterdessen drohte die Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) Frankreich mit weiteren Anschlägen. Es werde neue Angriffe geben, sollte das Land nicht damit aufhören, den Islam, seine Symbole und die Muslime zu „bekämpfen“, zitiert die Dschihad-Beobachtungsplattform Site. Sie berief sich auf eine per Video verbreitete Rede von Harith bin Ghasi al-Nadhari, einem der wichtigsten Glaubenshüter der Gruppe.

Die beiden Brüder, die am Mittwoch in der „Charlie-Hebdo“-Redaktion ein Blutbad mit zwölf Toten angerichtet hatten, riefen dabei „Allah ist groß“ und „Wir haben den Propheten gerächt“. Sie behaupteten, zur Terror-Organisation Al-Kaida zu gehören. Chérif Kouachi hatte sich nach Erkenntnissen der Ermittler 2011 im Jemen aufgehalten.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) drohte mit einer größeren Terrorkampagne und weiteren Angriffen in Europa und den USA. „Wir haben mit der Operation in Frankreich begonnen, für die wir die Verantwortung übernehmen“, sagte der IS-Prediger Abu Saad al-Ansari nach Angaben von Anwesenden beim Freitagsgebet in einer Moschee der nordirakischen Stadt Mossul.

„Morgen werden es Großbritannien, die USA und andere sein.“ Einen Zusammenhang mit IS behauptete auch Amedy Coulibaly, einer der am Freitag getöteten Terrorverdächtigen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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