International

_

Frankreich: Parlament winkt umstrittene Arbeitsmarktreform durch

Trotz massiver Gewerkschaftsproteste hat die französische Nationalversammlung der Arbeitsmarktreform zugestimmt. Damit ist der Weg nun frei für ein abschließendes Votum des Senats. Die Grünen enthielten sich allerdings.

Präsident Francois Hollande will die stetig steigende Arbeitslosigkeit bekämpfen. Quelle: Reuters
Präsident Francois Hollande will die stetig steigende Arbeitslosigkeit bekämpfen. Quelle: Reuters

ParisDie französische Nationalversammlung hat trotz massiven Widerstands der Gewerkschaften der geplanten Arbeitsmarktreform zugestimmt. Das Vorhaben soll die Unternehmen des Landes wieder wettbewerbsfähiger. Dazu soll unter anderem der Kündigungsschutz gelockert werden. Nach der Zustimmung am Dienstag ist der Weg nun frei für ein abschließendes Votum des Senats noch im April. Auch hier wird mit einer Mehrheit gerechnet.

Anzeige

Frankreich gilt als heimliches Sorgenkind des Währungsraums. Präsident Francois Hollande will mit dem Vorhaben die stetig steigende Arbeitslosigkeit bekämpfen. Das Land steckt im Reformstau, kämpft gegen einen Niedergang seines Industriesektors und droht den Anschluss an seinen Nachbarn zu verlieren. Viele französische Firmen fallen im internationalen Wettbewerb immer weiter zurück und machen dafür auch zu hohe Arbeitskosten verantwortlich.

Bei der Abstimmung in der Nationalversammlung wurde allerdings ein Riss in der Regierungskoalition sichtbar: Die Grünen enthielten sich der Stimme. Somit stimmten nur 250 Parlamentarier für das Vorhaben, bei 26 Gegenstimmen und 178 Enthaltungen - vor allem von konservativen Parlamentarierern, aber eben auch von den Grünen und 35 Abgeordneten aus Hollandes Lager der Sozialisten.

Frankreich

Gegen die geplanten Reformen haben die Gewerkschaften in den vergangenen Wochen Proteste in rund 170 Städten des Landes organisiert. Die öffentliche Meinung ist hingegen gespalten: In einer Umfrage des Instituts BVA im März unterstützten 62 Prozent der Befragten die Reformen.

  • 10.04.2013, 11:27 UhrGast

    Das soll, zumindest ansatzweise, der deutsche Weg werden. Dafür muss langfristig die Mittelschicht geopfert werden.

  • 10.04.2013, 09:11 UhrMichael

    " Das Vorhaben soll die Unternehmen des Landes wieder wettbewerbsfähiger."

    Machen, vermutlich.

    "...will mit dem Vorhaben die stetig steigende Arbeitslosigkeit bekämpfen"
    "...und machen dafür auch zu hohe Arbeitskosten verantwortlich."

    Sehe nur ich da fast einen Widerspruch? Und dass jetzt immer weniger Menschen für die gleiche Menge arbeit, aber weniger Lohn arbeiten werden?

  • Die aktuellen Top-Themen
Ukraine-Konflikt: „Die Amerikaner dirigieren die Show“

„Die Amerikaner dirigieren die Show“

Die Drohungen sind unüberhörbar: Russlands Außenminister Lawrow wirft den USA vor, die ukrainische Regierung zu steuern. Sein US-Kollege Kerry spricht Moskau die Glaubwürdigkeit ab. Auch der deutsche Außenminister warnt.

Pkw-Maut für Ausländer: CSU will Reform der Kfz-Steuer vorantreiben

CSU will Reform der Kfz-Steuer vorantreiben

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer macht sich für eine Entlastung deutscher Autofahrer im Rahmen der Pkw-Maut stark. Angedacht ist eine Reform der Kfz-Steuer, so dass die Maut nur ausländische Kraftfahrer trifft.

Nahost-Friedensgespräche: Rivalen Hamas und Fatah einigen sich

Rivalen Hamas und Fatah einigen sich

Israel reagiert nervös auf einen neuen Schulterschluss zwischen Hamas und Fatah: Die Nahost-Friedensgespräche stehen vor dem Scheitern. Beide Seiten versuchen nun, sich die Schuld in die Schuhe zu schieben.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International