Frankreich: Premierminister sieht „Apartheid“ im eigenen Land

Frankreich
Premierminister sieht „Apartheid“ im eigenen Land

Der französische Premierminister Valls verweist nach den Anschlägen von Paris auf Probleme vor allem in den Vorstädten, in den „Ghettos“. Für ihn herrscht dort „eine territoriale, soziale, ethnische Apartheid“.
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ParisIn Frankreich gibt es nach den Worten von Premierminister Manuel Valls „eine territoriale, soziale, ethnische Apartheid“. Mit Blick auf die überwiegend durch Einwanderung geprägte Bevölkerung in den Problem-Vorstädten Frankreichs sagte der Regierungschef am Dienstag in Paris, „seit zu langer Zeit bauen sich Spannungen auf“.

Dabei verwies er auf den „Abstieg am Stadtrand, die Ghettos“ und „eine Apartheid“. Die vergangenen Tage hätten viele Übel der französischen Gesellschaft und die Herausforderungen deutlich gemacht.

Seit der islamistischen Anschlagsserie vor rund zwei Wochen wird in Frankreich verstärkt darüber diskutiert, ob die Problem-Vorstädte mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit und ihrem schlechten Bildungsniveau einen Nährboden für islamistisches Gedankengut bilden. Die Regierung will unter anderem durch eine bessere Schulpolitik gegensteuern.

Valls machte nun deutlich, dass die Probleme schon lange bekannt seien, und erinnerte an die Vorstadt-Krawalle im Jahr 2005. „Danach wird es vergessen“, sagte er. Zur „sozialen Misere“ in diesen Problemvierteln kämen die „täglichen Diskriminierungen“ hinzu, „weil man nicht den richtigen Familiennamen, nicht die richtige Hautfarbe hat oder einfach, weil man eine Frau ist“. Es gehe ihm nicht darum, Ausflüchte zu finden, hob Valls hervor. Doch müsse „der Realität“ in Frankreich ins Auge geblickt werden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Mit Einwanderern machen sich ein paar Leute reich. Sie waren immer willkommen oder man hat sie sich beschafft. Um Integration haben sich die Nutznießer nicht gekümmert. Das war erträglich so lange das langsam ging und die Kulturunterschiede nicht zu krass. Dass das so nicht weitergehen darf, haben jetzt endlich einige erkannt.

  • Ich finde dass, es ist ein westliches Gier Problem.
    Es fing mehr oder weniger mit dem Kolonialismus; davor gab es nicht viele Leute die unbedingt nach USA, Canada, Australien oder Europa gehen wollten.
    Jedes Volk blieb meist unter sich und so war es.
    Aber manche Leute wollten mehr und mehr und mehr und haben sogar eigenhändig Menschen aus andere Länder zu sich genommen z.B. der Transatlantische Sklavenhandel( Billiglohn Sektor)
    Dies war vielleicht eine MultiMilliarden Geschäft - aber dann wollte manche die Menschen nicht haben, aber die Gewinne.
    Dann die Kolonialismus, wo ironischerweise Frankreich, und Grossbritannien kolonien in Asien, Afrika, Ozeanien, Amerikas hatten, und davon MultiMilliarde Gewinne vielleicht bis JETZT machen.. die Leute in diesen Länder egal wie Primitive sie dargestellt würden , hatten keine Interesse an Europa - bis um das Geldes Willen, die Europäer Sie hierher lockte. Jetzt sind sie da und kommen noch..
    Dann kamen z.B. nach DL Massenhaft Türken, weil (wieder) sie waren billigarbeiter. Aber jetzt sind sie so viele....???

    Jetzt gibt es auch Flüchtlinge die nach Europa Massenhaft kommen.
    Man könnte denken, dass die Waffen Industrie in westlichen Länder soo viel Milliarden von Gewinne macht, dass ein paar Flüchtlinge anzunnehmen ist nah zu nichts im vergleich.
    Wo sind diese Christliche Werte wenn Made in DL usw.. Waffen unschuldige töten und vielleicht ganze Dorfer auslöscht?
    Warum geht man ehe auf die Strasse wegen Islamisierung aber nicht wegen Waffenlieferung zu Islamischen Ländern?
    Wenn man diese Kriege garnicht ünterstützen würde vielleicht gäbe es keine/ kaum muslimische Fluchtlinge im Lande.
    Aber wenn man sich die Mühe macht, Waffen für Islamisten usw.. herzustellen, dann kommen Flüchtlinge aus diese Länder hierher, aber dann will man die nicht, keine Ahnung was das für ein Moraleinstellung ist.

  • In der Tat mißglückte - wie fast auch sonst überall - die Integration der (vorwiegend) Islamgläubigen in Frankreich.

    Obwohl die alte Kolonialmacht reichlich Erfahrung sammeln konnte, gelang es ihr in vielen Jahrzehnten nicht, das Zuwanderungsproblem auch nur annähernd erträglich zu meistern.

    Der Roman zum Problem ist tagesgenau auf dem markt.
    Er untersucht weniger den Islam, sondern vielmehr - so auch der Autor - die Indifferenz, Ignoranz, Gleichgültigkeit und das Desinteresse der Altgesellschaft.

    Erst diese Eigenschaften erlauben es, die Fremdübernahme zu ermöglichen, die angesichts der geschilderten Umstände des Romanes gar keine wäre.

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