Frankreich
Sarkozy, der Luxus-Duscher

Nicolas Sarkozy hat Ärger mit dem französischen Rechnungshof. Die Behörde hat sich die Kosten seiner Präsidentschaft angeschaut. Das Ergebnis: Ein Sturm der Entrüstung. Unter anderem über eine Dusche, die rund 250 000 Euro gekostet hat.
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PARIS. Für Frankreichs Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy ist das Beste gerade gut genug: Einstellbare Düsen, sogar Radio – die Rede ist nicht vom neuesten Präsidentenairbus, sondern von einer Dusche für den Staatschef. Einer Dusche, die nach Angaben des französischen Rechnungshofes sage und schreibe 245 572 Euro gekostet hat. Das sorgt für Aufregung.

Auf Initiative einiger Parlamentsabgeordneter hat sich der Rechnungshof über die Kosten der französischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2008 gebeugt – und traute seinen Augen nicht: Insgesamt 175 Mio. Euro hat sich Frankreich die Ratspräsidentschaft kosten lassen, wo andere Länder mit 70 oder 80 Mio. Euro auskommen.

Knapp 17 Mio. Euro kostete allein der Eröffnungsgipfel der Mittelmeerunion, Sarkozys eigenem Club Med der Mittelmeeranrainerstaaten. Eigens für den Event ließ er für einen Nachmittag den Grand Palais umbauen, inklusive der nunmehr berühmten Luxusdusche – die Sarkozy nicht einmal benutzt hat. „Außer jeder Norm“, rümpften Frankreichs Rechnungsprüfer die Nase. Das Geld war zudem schlecht angelegt, denn von Sarkozys ambitionierter Mittelmeerunion redet heute – außer dem französischen Rechnungshof – kein Mensch mehr.

„Wer so mit den Steuergeldern umgeht, hat die Bodenhaftung verloren“, schimpft der sozialistische Abgeordnete René Dosière. Regierungssprecher Luc Chatel, versuchte gestern zu retten, was nicht mehr zu retten war: „Der Präsident geht nicht ins Grand Palais zum Duschen“, erklärte er gestern. Vielmehr seien für das Geld nicht nur eine Dusche, sondern acht Besprechungsräume eingerichtet worden, die den Gipfelteilnehmern für Zweiergespräche zur Verfügung gestellt worden seien.

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