Frankreich
Sarkozy fordert Sterilisation von Sexualstraftätern

Frankreichs Präsident Sarkozy hat eine härtere Gangart gegenüber Sexualstraftätern. Nach dem aufsehenerregenen Fall eines Pädophilen, der sich Viagra verschreiben ließ, fordert er nun Sterilisation.

HB PARIS. Nachdem sich ein vorzeitig aus dem Gefängnis entlassener Kinderschänder in Nordfrankreich an einem fünfjährigen Jungen vergangen hatte, erklärte Sarkozy, es müsse alles getan werden, damit sich so ein Fall nicht wiederhole. Sarkozy forderte einen Stopp vorzeitiger Haftentlassungen bestimmter Sexualstraftäter. Er erklärte, er habe Justizministerin Rachida Dati gebeten, dies in einen Gesetzentwurf einzuarbeiten, der im November dem Parlament vorgelegt werden soll.

Sexualtäter sollten nach Verbüßung ihrer Strafe nicht automatisch auf freien Fuß gesetzt, sondern zunächst von Ärzten untersucht werden. Wenn diese einen Mann weiter als gefährlich einschätzten, solle er in ein geschlossenes Krankenhaus eingewiesen und dort therapiert werden. Eine erste Klinik dieser Art werde 2009 in Lyon eröffnet, kündigte Sarkozy an.

Wer sich behandeln lasse, könne die Erlaubnis zum Freigang erhalten, der aber mit Hilfe einer elektronischen Fußfessel überwacht werde. „Wir können nicht Raubtiere, Kranke und Menschen, die töten und das Leben von Kindern zerstören können, in Freiheit lassen“, sagte Sarkozy nach einem Treffen mit Premierminister François Fillon und Justizministerin Dati.

Zuvor hatte er den Vater und den Großvater des in Roubaix missbrauchten Jungen getroffen. Der Täter, der im Juli nach 18 Jahren Haft frei kam, ließ sich vom Gefängnisarzt Viagra verschreiben. Der Mediziner machte geltend, er habe nicht gewusst, warum der Mann einsaß. Sarkozy erklärte, der Täter habe zuvor mehrfach Minderjährige missbraucht und sei dafür zu 27 Jahren Haft verurteilt worden. „Er verbüßte 18. Ich verstehe nicht warum.“

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