Frankreich Sarkozy holt sich eine Frau an seine Seite

Nicolas Sarkozy ernennt die Abgeordnete Nathalie Kosciusko-Morizet zur Vize-Parteichefin – und will die konservative UMP damit wieder fit für Wahlen machen. Eine Reise zum CDU-Parteitag nach Köln sagte Sarkozy ab.
Update: 04.12.2014 - 17:14 Uhr Kommentieren
Nicolas Sarkozy (r.) machte Nathalie Kosciusko-Morizet zur Vize-Parteichefin. Quelle: AFP

Nicolas Sarkozy (r.) machte Nathalie Kosciusko-Morizet zur Vize-Parteichefin.

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ParisNicolas Sarkozy, Frankreichs Ex-Präsident und seit Ende November wieder Chef der konservativen UMP, bestellt eine Frau als seine rechte Hand für die Neuordnung der von Krisen geschüttelten Oppositionspartei. Fünf Tage nach seiner Wahl zum UMP-Vorsitzenden machte Sarkozy die 41 Jahre alte Abgeordnete Nathalie Kosciusko-Morizet, in Frankreich oft „NKM“ genannt, am Donnerstag zur Vize-Parteichefin.

Die Pariserin war bereits seine Sprecherin während der Präsidentschaftskampagne und auch Kandidatin der UMP bei der letzten Bürgermeisterwahl in Frankreichs Hauptstadt. Sarkozy will die Partei fit machen für anstehende Wahlen. Ihm wird nachgesagt, 2017 wieder Präsidentschaftskandidat sein zu wollen.

Zum CDU-Parteitag nach Köln in der kommenden Woche reist Sarkozy indes nun doch nicht. Der neugewählte Chef der konservativen Oppositionspartei UMP werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vielmehr „sehr bald“ in Berlin treffen, verlautete am Donnerstag aus seinem Umfeld in Paris. Merkel habe Sarkozy nach seiner Wahl zum UMP-Vorsitzenden angerufen und ihm „sehr herzlich gratuliert“. „Sie hat ihm viel Glück, viel Kraft und Erfolg gewünscht“, hieß es. Beide hätten vereinbart, „so eng wie möglich zu kooperieren“.

Sarkozy war am vergangenen Wochenende an die Spitze der UMP gewählt worden. Am Montag verlautete dann aus seinem Umfeld, der 59-Jährige werde zum CDU-Parteitag reisen, der am Dienstag und Mittwoch in Köln abgehalten wird. CDU und UMP sind Schwesterparteien. In seiner Zeit als französischer Präsident (2007 bis 2012) arbeitete Sarkozy zudem im Kampf gegen die Eurokrise eng mit Merkel zusammen, beide bildeten das viel zitierte Tandem „Merkozy“.

Letztlich gab Sarkozy aber seine Pläne für eine Reise nach Köln auf. Er wird nun am Dienstag in Paris die UMP-Senatoren treffen. Genauere Angaben zu seinem geplanten Berlin-Besuch wurden zunächst nicht gemacht. Sarkozy soll aber vom früheren Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire begleitet werden. Der Abgeordnete, der sehr gut Deutsch spricht, war bei der Wahl um den UMP-Vorsitz gegen Sarkozy angetreten und hatte mit knapp 30 Prozent ein überraschend gutes Ergebnis erzielt.

Sarkozy will die UMP-Spitze als Sprungbrett für eine Präsidentschaftskandidatur 2017 nutzen, wird sich aber Vorwahlen der Konservativen im Jahr davor stellen müssen. Als sein schärfster innerparteilicher Konkurrent gilt der Bürgermeister von Bordeaux und frühere Premierminister Alain Juppé.

  • dpa
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