Frankreich
Sarkozy lässt Fillon neue Regierung bilden

In Frankreich hat Präsident Nicolas Sarkozy den lang erwarteten Regierungsumbau eingeleitet. Der konservative Politiker beauftragte am Sonntag den erst am Samstag zurückgetretenen Ministerpräsidenten Francois Fillon erneut mit der Bildung einer Regierung.
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HB PARIS. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hält für den Endspurt seiner ersten Amtszeit an Ministerpräsident Francois Fillon fest. Der um verloren gegangene Wählergunst kämpfende Sarkozy leitete am Sonntag den lange erwarteten Kabinettsumbau ein und ernannte Fillon erneut zum Ministerpräsidenten.

Der 56-jährige Fillon erklärte, er werde sich in der neuen Regierungsphase entschlossen für die französischen Wirtschaft und neue Arbeitsplätzen einsetzen. Am Samstag war er zurückgetreten, um den Weg für die Regierungsumbildung freizumachen. Aus dem Umfeld Fillons verlautete, das Kabinett solle am Sonntag oder Montag vorgestellt werden. Mit der neuen Regierung will Sarkozy vor den Wahlen 2012 auf die Erfolgsspur zurückkehren.

Die Umfragewerte des Präsidenten sind in den vergangenen Monaten in den Keller gerutscht. Vor allem konservative Wähler sind von Sarkozy abgerückt. Der Präsident hatte die Regierungsumbildung bereits vor mehreren Monaten für die Zeit nach Verabschiedung der heftig umstrittenen Rentenreform angekündigt. Beobachter rechnen nicht mit einem Komplettumbau.

Sie gehen davon aus, dass neben Sarkozys langjährigem Verbündeten Fillon auch Wirtschaftsministerin Christine Lagarde, Innenminister Brice Hortefeux, Bildungsminister Luc Chatel, Haushaltsminister Francois Baroin und Landwirtschaftsminister Bruno le Maire in Sarkozys Team bleiben werden.

Der frühere Ministerpräsident Alain Juppe brachte sich wiederum selbst als neues Kabinettsmitglied ins Spiel. Er werde Regierungsmitglied und bleibe zugleich Bürgermeister von Bordeaux, kündigte Juppe im Radiosender „France Info“ an. Juppe gilt als politisches Schwergewicht. Wenn er ein Schlüsselministerium wie das Verteidigungsressort führen würde, könnte dies vor allem Konservative zufriedenstellen. Diese tun sich seit dem Wahldebakel bei den Regionalwahlen im März mit Sarkozys Mitte-Rechts-Lager schwer.

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