Frankreich
Sarkozy verteidigt Blitzkarriere seines Sohnes

Nicolas Sarkozy hat mit der ihm eigentümlichen Art die Blitzkarriere seines Sohnes Jean verteidigt. Seinen politischen Gegnern warf er Polemik vor und dass sie lediglich wirtschaftliche Interessen verfolgen würden. In Internetforen nimmt dessen ungeachtet der Spott gegenüber dem Präsidentensohn zu.
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HB PARIS. "Ihr verfolgt Polemiken; ich verfolge Reformen und Problemlösungen." Mit diesen Worten hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Dienstag Fragen nach der Förderung der politischen Blitzkarriere seines Sohnes Jean Sarkozy zurückgewiesen. Es sei "niemals gut, eine Person grundlos und exzessiv" der Polemik auszuliefern, sagte Sarkozy in Paris. Die Oppositionsführerin Martine Aubry warf Sarkozy dagegen vor, alle Macht im Großraum Paris an sich zu reißen. Dahinter stünden "wirtschaftliche Interessen".

Der 23-jährige Jura-Student Jean Sarkozy soll Vorsitzender der Raumordnungsbehörde EPAD werden, die das Prestige-Bürozentrum "La Defense" bei Paris zu einem weltweit führenden Firmenstandort ausbauen soll. Dazu sind zahlreiche Hochhäuser geplant. Bereits jetzt sind in La Defense 2500 Firmen wie Areva, AXA oder EDF ansässig. In den EPAD-Verwaltungsrat kam Sarkozy als Nachrücker für einen Politiker, der von seinem Vater in den Wirtschaftsrat ernannt wurde und daher ausschied. Die Verlängerung der Amtszeit des jetzigen EPAD- Vorsitzenden lehnte Sarkozy ab. Jean Sarkozys Wahl zum Präsidenten des EPAD-Verwaltungsrats am 4. Dezember gilt als Formsache.

Hinter der Entscheidung stehe Vetternwirtschaft, sagte Aubry. Sarkozy übernehme die Macht in "der Justiz, den Medien und heute in den Gebietskörperschaften. Wenn man von EPAD spricht, stehen dahinter wirtschaftliche Interessen. Das schädigt die Demokratie." Der Präsident der Pariser Region Ile de France, Jean-Paul Huchon (PS), sprach von einer "monarchistischen Tendenz: "Man erlaubt sich schamlos und ohne Zurückhaltung absolut alles."

Mehrere Minister und Vertreter des Präsidentenpalastes traten vor die Mikrofone, um die Bliz-Karriere von Sarkozy Junior zu verteidigen. "Es handelt sich um eine Wahl, nicht um eine Ernennung", sagte Premierminister François Fillon. In der Regierungspartei UMP war dennoch starkes Unbehagen zu spüren. Der Abgeordnete Pierre Cardo, der sich in den Yvelines bei Paris einer Nachwahl stellen muss, klagte unter dem Beifall von Fraktionskollegen über die verheerende Wirkung der "EPAD-Affäre" auf die Wähler.

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