Frankreich
Sarkozy will Rentenreform durchboxen

In Frankreich gehen die Massenproteste und Streiks gegen die Rentenreform in eine neue Runde. Die Gewerkschaft CGT erklärte am Dienstag, alle zwölf Raffinerien des Landes würden ihren Streik fortsetzen. Zudem waren neue Massenkundgebungen geplant. Präsident Sarkozy will aber hart bleiben.
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HB PARIS. Ein Großteil der Flüge der Pariser Flughäfen sollte ausfallen, auch Zug- und Buspersonal wollte die Arbeit niederlegen und so den Verkehr in Frankreich zum Erliegen bringen. Auch die Fahrer gepanzerter Geldtransporter, die die Automaten mit Bargeld bestücken, wollten sich dem Streik anschließen. Die Behörden dürften ihr Augenmerk auch auf Handgreiflichkeiten und Randalen richten, die am Montagabend bereits sporadisch in einigen Städten ausgebrochen waren.

Die Fronten im Streit um die Reform des Rentensystems sind verhärtet: Die Gewerkschaften haben angekündigt, ihre Proteste fortzusetzen, auch wenn das französische Parlament die Änderungen diese Woche wie erwartet beschließen sollte.

Präsident Nicolas Sarkozy bekräftigte am Montagabend nach Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Küstenort Deauville in der Normandie, an dem Gesetz festzuhalten. "Die Reform ist wichtig und Frankreich steht zu ihr und wird sie auf den Weg bringen genauso wie unsere deutschen Partner das getan haben", sagte Sarkozy. Auch Merkel hatte an die Franzosen appelliert, zu akzeptieren, dass ein längeres Leben auch bedeute, länger zu arbeiten.

In Frankreich haben die Gewerkschaften bereits zwei Mal - in den Jahren 1995 und 2006 - mit langwierigen Protesten eine Rentenreform verhindert. Den derzeitigen Plänen zufolge sollen die Franzosen künftig frühestens mit 62 Jahren statt bisher mit 60 Jahren in Rente gehen können. Die volle Rente können Franzosen dann erst mit 67 statt wie bisher mit 65 beziehen. Die Mehrheit der Franzosen unterstützt die Proteste gegen die Reform.

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