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24.07.2008 
Sarkozys Arbeitsmarktreform

Frankreich schafft 35-Stunden-Woche ab

Ein wichtiger Teil von Sarkozys Arbeitsmarktreform tritt in Kraft: Zehn Jahre nach ihrer Einführung ist die 35-Stunden-Woche in Frankreich faktisch wieder abgeschafft worden. Der Senat nahm endgültig ein entsprechendes Gesetzespaket an, das die bislang geltende Arbeitszeitbegrenzung aushebelt.

 „Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen“, lautete Sarkozys Motto schon im Wahlkampf. Foto: ReutersLupe

„Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen“, lautete Sarkozys Motto schon im Wahlkampf. Foto: Reuters

HB PARIS. Nicht nur die Wochenstunden, auch die Jahresarbeitstage können von den Unternehmen künftig weit flexibler gestaltet werden. "Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen", war einer der prominentesten Wahlkampfslogans von Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Er bezeichnete die 1998 vom damaligen sozialistischen Premierminister Lionel Jospin eingeführte 35-Stunden-Woche immer wieder als stärkste Bremse für das Wirtschaftswachstum.

Zwar hatten am Mittwoch hunderte Menschen gegen die Arbeitsmarktreform protestiert. Zu Massendemonstrationen, die die Regierung ernsthaft in Bedrängnis hätten bringen können, war es indes nicht gekommen.

Die reguläre Arbeitszeit bleibt auch nach dem neuen Gesetz bei 35 Stunden pro Woche. Die Betriebe können jedoch Überstunden mit geringeren Sozialabgaben mit ihren Belegschaften vereinbaren. Damit seien die Unternehmen "nicht mehr blockiert", sagte Arbeitsminister Xavier Bertrand dem Radiosender France Info.

Die konservative Mehrheit im Senat reichte für die Verabschiedung des Gesetzes, das zuvor von der Nationalversammlung angenommen worden war. Allerdings haben die Sozialisten angekündigt, den Verfassungsrat anzurufen. Teil der Reform sind auch strengere Vorschriften für Arbeitsuchende. Wer zwei ernsthafte Angebote ablehnt, dem droht eine Kürzung der Unterstützung.

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