Frankreich
Ségolène Royal punktet im Kampf um die Präsidentschaft

Die französische Sozialistin Ségolène Royal arbeitet sich auf ihrem Weg zur Präsidentschaftskandidatur weiter vor. Der 52-Jährigen gelang pünktlich zu Beginn der politischen Herbstsaison ein viel beachteter Wahlkampfauftritt in Burgund, den die französische Presse unisono als Erfolg wertete. Mittlerweile ist sie sogar beliebter als der konservative Bewerber Sarkozy.

PARIS. Im parteiinternen Kampf um die Präsidentschaftskandidatur schlagen sich immer mehr Genossen auf die Seite von Royal. Damit steigen ihre Chancen, Mitte November die Urabstimmung der Parti Socialiste (PS) zu gewinnen und zur Präsidentschaftskandidatin nominiert zu werden.

Den Aufstieg hat die Politikerin ihrer großen Beliebtheit in der Bevölkerung zu verdanken. Die neueste Meinungsumfrage bescheinigt ihr einen deutlichen Vorsprung vor dem voraussichtlichen konservativen Präsidentschaftskandidaten Nicolas Sarkozy. Auf Royal entfielen demnach 55 Prozent der Stimmen, auf Sarkozy nur 42 Prozent. Die Umfrageergebnisse sind allerdings, ebenso wie in Deutschland, mit Vorsicht zu genießen. In den acht Monaten bis zur Präsidentschaftswahl können sich die politischen Vorlieben des Wahlvolks grundlegend ändern, wie sich bei früheren Präsidentschaftswahlen schon mehrfach gezeigt hat.

Ob der Höhenflug von Royal bis zum Wahltag im Frühjahr anhält, ist besonders schwer vorherzusehen. Der Sozialistin fehlt bislang nicht nur das politische Programm, sondern auch die Unterstützung prominenter Parteifreunde: Der frühere Finanzminister Dominique Strauss-Kahn, der ehemalige Kulturminister Jack Lang sowie die Ex-Premierminister Lionel Jospin und Laurent Fabius haben ihre Hoffnung auf eine eigene Kandidatur noch nicht aufgegeben, obwohl sie in den Umfragen weit abgeschlagen hinter Royal liegen.

Anhänger der französischen Linken warnen schon davor, dass sich die PS womöglich überhaupt nicht auf einen Kandidaten einige und damit die eigenen Wahlchancen verderbe. Royal griff diese Befürchtung am Sonntag auf und mahnte ihre Partei zum wiederholten Male zur Geschlossenheit. Royal bezeichnete sich als politische Erbin des früheren sozialistischen Präsidenten Francois Mitterrand. Damit machte sie nicht nur ihre politischen Ambitionen deutlich, sondern ging zugleich auch auf Distanz zu ihrem innerparteilichen Konkurrenten Jospin, der Mitterrand zuletzt bekämpft hatte. Zugleich vermied Royal, sich programmatisch festzulegen.

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