Frankreich
Sex, Lügen und Politik in der Grande Nation

Viele Kinder, wenig Spermien und eine Schlammschlacht der Konservativen: Ganz Frankreich ist auf der Suche nach dem Mann, dem Ex-Justizministerin Rachida Dati ihre Tochter verdankt.
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ParisÜber alles und jedes machen die Franzosen sich in jüngster Zeit Sorgen, doch eine Gewissheit richtet sie immer wieder auf: Ihre kraftvolle, in Europa einzigartig positive Demographie. Umso erschütterter reagierten die Medien auf eine Studie, die am Mittwoch veröffentlicht wurde und vom Radiosender Europe 1 auf die schlichte Formel gebracht wurde: „Frankreichs Sperma im Niedergang“. In 16 Jahren sei die Anzahl der Spermazellen in einem Milliliter auf „nur“ noch 49 Millionen zurückgegangen.

Immer noch ziemlich viel, aber 16 Jahre früher seien es im Schnitt noch 73 Millionen gewesen, ist in „Human Reproduction“ nachzulesen. Nicht nur das - auch die Qualität habe gelitten. Immer häufiger würden schadhafte Samenzellen gefunden.

Besorgt stellt die französische Öffentlichkeit sich die Frage, warum die potenzielle Zeugungsfähigkeit möglicherweise abnimmt: Umwelteinflüsse? Rauchen? Fettleibigkeit? Die Statistik stiftet wenig Trost, sie hält fest, dass die Hauptstadt Paris einen beschleunigten Abschwung der für die Fertilität so wichtigen Zellen aufweise.

Ein Makro-Problem könnte man das in Anlehnung an die Wirtschaftswissenschaften nennen. Auf Mikroebene aber sieht es, wie auch häufig in der Ökonomie, völlig anders aus. Eine kurze Beziehung genügte, um die frühere Justizministerin Rachida Dati zur glücklichen Mutter zu machen. Die Spermatozoiden des Vaters waren offenkundig keineswegs im Niedergang. Trotzdem hat die Mutter ein Problem: Der Papa ihrer Tochter Zohra will sich nicht zu ihr bekennen.

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Kommentare zu " Frankreich: Sex, Lügen und Politik in der Grande Nation"

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  • Der Gurkenmurkser hatte vielleicht Glück, aber der Rest der Welt??

  • Tja, zu Aznar. Ich weiss nicht ob er jemals der wunderschönen Madamme Dati begegnet ist. Was jedoch seine Erleuchtung und Sichtung Gottes anbelangt, hat wohl eher damit zu tun, dass man in der Spanischen "Christ-Konservativ-Nationalistischen" Rechtspartei PP nur weiterkommt, wenn an einerseits mit Franco sympathisiert, Nachkomme eines "Franquistas" ist und/oder sich dem Erzkonservativen "Opus Dei" verschrieben hat. Dies ist meine Meinung.

  • Nur wer hat, dem wird noch mehr gegeben. Wäre dem so, würde die Bundesrepublik langsamer vergreisen, als sie es im Moment tutet. Wo kämen wir aber auch hin, wenn wir ständig zulassen würden, daß wegen einiger Ungereimtheiten gleich reiehenweise cdU-Mitglieder ihren Parteiaustritt erklärten. Nein so katholisch muß niemand sein, auch wenn es ein erstes "prominentes" Opfer gab. Es steht schließlich jedem frei, wo er mitmacht und wo er sich nicht wohl fühlt, einfach hinschmeißt. Bei Oskar hat die spd so'n Tratra gemacht, als ob die Erde plötzlich weggeflogen wäre. Gut die cdU ist da härter im Nehmen und Frau Merkel kann mal wieder gekonnt nichts sagend zur Tagesordnung übergehen. Es wird niemand gehalten, der von selbst geht, den braucht die cdU ohnehin nicht. Gell?

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