Frankreich
Söldner sollen Handelsschiffe vor Piraten schützen

Künftig will Frankreich seine Handelsschiffe von privaten Sicherheitsdiensten schützen lassen, wie es Spanien und England schon tun. Doch wie effektiv die bewaffneten Söldner im Kampf gegen Piraten sind, ist umstritten.
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ParisFrankreichs Premier Jean-Marc Ayrault will künftig private bewaffnete Schutzmannschaften auf seinen Handelsschiffen zulassen. Die französischen Reeder verlangen das seit langem. Anders als Großbritannien und Spanien hatte die französische Regierung sich aber bislang geweigert. Nun soll ein Gesetz erlassen werden, das auch die professionellen Anforderungen an die modernen Söldner und ihre Zulassung durch den Staat regelt.

Wie dringend die privaten Wachleute noch gebraucht werden, ist umstritten. Auf Initiative der Spanier und der Franzosen setzte die EU im Dezember 2008 die Schutzflotte Atalanta in Gang, die vor der somalischen Küste und im Golf von Aden patrouilliert. Zusammen mit den beiden Initiatoren ist Deutschland der wichtigste Träger der Mission, die von einem Hauptquartier in Großbritannien aus gesteuert wird. Aktuell stellen die Niederländer das Flaggschiff.

Die Mission, der sich auch weitere Staaten angeschlossen haben, galt anfangs als Träne im Ozean. Doch mittlerweile hat sie sich zusammen mit anderen Aktionen an Land als durchschlagender Erfolg erwiesen. Zählte man 2011 noch 237 Überfälle von Piraten, gab es 2013 weniger als fünf.

Durch die Bekämpfung der Piraten kommt es zu ungewöhnlichen internationalen Kooperationen. Die Schiffe der europäischen Marine arbeiten mit den Chinesen zusammen, die sehr in Sorge um den ungestörten Seehandel sind und deshalb eigene Kriegsschiffe in den indischen Ozean geschickt haben.

Ende November konnte man das außergewöhnliche Spektakel eines Freundschaftstreffens der beiden Flaggschiffe auf hoher See mit Besuch der europäischen Offiziere an Bord der chinesischen Jing Gang Shan verfolgen, eines brandneuen Kriegsschiffes, das für Landeoperationen bestimmt ist. Während zwischen Amerikanern und Chinesen vor der dortigen Küste die Spannungen zunehmen, läuft es zwischen Chinesen und Europäern vor Somalia offenbar sehr entspannt.

Nicht alle Operationen zum Schutz der zivilen Seefahrt waren allerdings erfolgreich. Erst im Oktober hat ein französisches Gericht drei somalische Piraten zu je neun Jahren Haft verurteilt. Sie hatten 2009 eine französische Jacht gekapert. Bei der Befreiungsaktion durch ein französisches Kommando kamen zwei Piraten und der Skipper ums Leben.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

Kommentare zu " Frankreich: Söldner sollen Handelsschiffe vor Piraten schützen"

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  • Und ab sofort bekommen Sie eine Rechnung von der Polizei, damit die in Ihrer Straße Streife fährt.

    Alternativ können Sie sich Ihren Kram in China selbst abholen.

    Im Übrigen würden viele Reeder das gerne selbst in de Hand nehmen mit bewaffneten privaten Schutzdiensten.

    Erst mal denken, bevor Sie was da hin ro..en. Aber Zecke schreibt ja immer so

  • Die Reeder seolbst sollen ihre Handelsschiffe schützen, wo gibt´s denn sowas das das der Staat bezahlen soll, auf Steuerkosten.

    An Idiotie nicht zu toppen - und ein Fall für´s Gericht.

  • Wozu haben wir eigentlich eine Marine, wenn die nicht einmal SICHER die deutschen Schiffe beschützen können ?

    Sind denn da nur Freizeit-Typen am Werk, oder wozu brauchen wir eine Marine?

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