Frankreich
Sozialisten wollen Villepin stürzen

In der Verleumdungsaffäre um angebliche Schwarzgeldkonten im Ausland haben die oppositionellen Sozialisten am Dienstag einen Misstrauensantrag gegen den französischen Premierminister Dominique de Villepin im Parlament angekündigt. Der ehemalige Sozialminister und Senator der Regierungspartei UMP, François Fillon, sagte, Villepin könne mit dem auf ihm lastenden Verdacht nicht weiterregieren.

ap PARIS. Er habe vermutlich bezweifelt, dass er in der Konkurrenz um die Präsidentschaftskandidatur Nicolas Sarkozy auf ehrliche Weise das Wasser habe reichen können, sagte er dem Sender „France-Inter“. Fillon unterstützt die Präsidentschaftsambitionen des Innenministers, seit er bei einer Kabinettsumbildung vor einem Jahr die Regierung verlassen musste.

Premier Villepin ist in der „Clearstream-Affäre“ unter Druck geraten, weil er als damaliger Außenminister geheime Ermittlungen gegen seinen innerparteilichen Rivalen Sarkozy angeordnet haben soll, um ihm zu schaden. Der Name Sarkozys stand auf einer Liste von Politikern und Managern mit Schwarzgeldkonten bei dem Luxemburger Finanzdienstleister Clearstream. Die Liste stellte sich als Fälschung heraus. Villepin hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die französische Justiz hat Sarkozy am Dienstag als Zeugen in der Affäre befragt. Die Ermittlungsrichter hätten ihn als Opfer angehört, sagte der Minister im Anschluss. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich die ganze Wahrheit wissen will.“

In Paris kursieren seit Tagen Gerüchte, Staatspräsident Jacques Chirac könne seinen schwer angeschlagenen Regierungschef entlassen und ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl Sarkozy zum Nachfolger ernennen. Chirac ließ einen entsprechenden Bericht am Wochenende dementieren. Auch der Präsident der Nationalversammlung, Jean-Louis Debré, ein Vertrauter Chiracs, sagte der Zeitung „Le Monde“, er könne sich ein solches Szenario nicht vorstellen.

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