Frankreich
Steuersünder sollen Steuersenkungen finanzieren

Seit kurzem gibt es in Frankreich für Steuersünder die Möglichkeit, sich mit den Behörden zu einigen. Die Selbstanzeigen spülen mehr Geld in die Kassen als erwartet. Nun sollen sie ein neues Loch im Haushalt stopfen.

ParisFrankreich will die geplanten milliardenschweren Steuersenkungen mit Einnahmen aus der Offenlegung von Schwarzgeldkonten finanzieren. Mindestens 2,6 Milliarden Euro sollten auf diesem Weg im nächsten Jahr zusammenkommen, sagte Finanzminister Michel Sapin am Dienstag im Fernsehsender BFM. Präsident Francois Hollande hatte am Montag angekündigt, 2016 die Steuern für einkommensschwache Familien um zwei Milliarden Euro zu senken.

Seit kurzem gibt es in Frankreich für Steuersünder die Möglichkeit, sich mit den Behörden zu einigen, wenn für Auslandsvermögen nicht die erforderlichen Abgaben bezahlt wurden. Die durch solche Selbstanzeigen dem Staat nun zufließenden Gelder seien höher als erwartet, sagte Sapin nun. „Wenn wir Teile der Steuersenkungen für die weniger Reichen mit Steuern von denjenigen ausgleichen können, die ihr Geld im Ausland versteckt haben, dann ist das meiner Ansicht nach fair und effizient“, ergänzte er.

Die Regierung halte zudem daran fest, vier Milliarden Euro über Anteilsverkäufe einzunehmen. Die jüngsten Marktturbulenzen würden dabei jedoch berücksichtigt, sagte Sapin. Kein Portfoliomanager verkaufe zu jedem Preis.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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