Frankreich Tödliche Schießerei überschattet Wahlkampf

Kurz vor der Wahl in Frankreich ist es am Donnerstagabend auf dem Champs-Élysées in Paris zu einer Schießerei gekommen. Dabei wurde ein Polizist getötet – und der Angreifer. Dessen Identität hat die Polizei geklärt.
Update: 21.04.2017 - 09:44 Uhr 15 Kommentare
Die Polizei riegelte die Gegend weiträumig ab. Quelle: AFP
Champs-Élysées

Die Polizei riegelte die Gegend weiträumig ab.

(Foto: AFP)

ParisNach einem tödlichen Angriff auf Polizisten mitten in Paris gehen die Sicherheitsbehörden einem Terrorverdacht nach. „Wir sind überzeugt, dass die Spuren (...) terroristischer Art sind“, sagte Präsident François Hollande im Anschluss an ein Krisentreffen mit Premierminister Bernard Cazeneuve und Innenminister Matthias Fekl am späten Abend. Hollande kündigte für Freitagvormittag ein Treffen des Sicherheitskabinetts an. „Wir werden absolute Wachsamkeit zeigen, insbesondere im Hinblick auf den Wahlprozess“, sagte er.

Staatsanwalt François Molins sagte in der Nacht zum Freitag, die Identität des Mannes sei geklärt, Molins gab sie aber noch nicht bekannt. Die Ermittler wollten nun klären, ob der Mann Unterstützer hatte. Der Angreifer hatte einen Polizisten getötet und zwei weitere verletzt. Außerdem sei auch eine ausländische Passantin von Splittern getroffen und leicht verletzt worden, sagte Molins. Die Ermittler gehen einem Terrorverdacht nach.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahm den tödlichen Angriff für sich in Anspruch. Bei dem Angreifer handele es sich um einen Kämpfer des IS, berichtete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag. Bei ähnlichen Verlautbarungen wurden die Angreifer häufig „Soldaten“ der Terrormiliz genannt. Die Nachricht konnte zunächst nicht unabhängig auf ihre Echtheit überprüft werden.

Eindrücke von der Champs-Élysées – nach den tödlichen Schüssen

Tödliche Schüsse auf der Champs-Élysées in Paris

Auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées nahe der Metro-Station Franklin Roosevelt hatte ein Unbekannter in einen Polizeiwagen geschossen. Ein Beamter wurde getötet. Zwei weitere Polizisten wurden schwer verletzt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, im Sender BFMTV. Der Angreifer wurde kurz darauf von der Polizei getötet. Die beiden verletzten Polizeibeamten befinden sich nach Angaben des französischen Innenministeriums allerdings nicht in Lebensgefahr, so der Sprecher. Einer der beiden Beamten sei ernsthafter verletzt worden als der andere, aber beiden gehe es besser.

Nur ein Täter habe geschossen, einen Polizisten getötet und dann versucht, zu fliehen, sagte Brandet. Er betonte, dass es keine weiteren Vorfälle „dieser Art“ in Paris gegeben habe und rief vor Journalisten zur Vorsicht wegen kursierender Gerüchte auf. „Es gibt heute Abend ein einziges Ereignis dieser Art in Paris, es gibt keine anderen Aktionen“, sagte der Sprecher. Er widersprach auch Berichten, wonach ein zweiter Polizist gestorben sei. Der Angreifer habe eine automatische Waffe benutzt, bestätigte Staatsanwalt Molins.

Ein Sprecher der Bundespolizei, Jérôme Bonet, lobte am Freitag die schnelle Reaktion der Beamten, die den Schützen auf der Pariser Prachtmeile getötet hatten. Angesichts der Tatsache, dass „Tausende Menschen“ zum Tatzeitpunkt auf dem Boulevard unterwegs gewesen seien, hätten sie ein mögliches „Blutbad“ verhindert, sagte Bonet BFM.

Kanzlerin Angela Merkel kondolierte Hollande, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter mit. Ihr Mitgefühl gelte den Opfern und ihren Familien. Auch US-Präsident Donald Trump und sein Vize Mike Pence sprachen Frankreich sein Beileid aus. Die gegen Polizisten gerichteten Schüsse seien eine jüngste Erinnerung daran, dass „Terrorismus überall, jederzeit“ zuschlagen könne, sagte Pence am Freitag in Indonesien.

Am kommenden Sonntag ist in Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl. Die Abstimmung soll von 50.000 Polizisten und Soldaten geschützt werden.

„Angst spielt Feinden der Republik in die Hände“
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15 Kommentare zu "Frankreich: Tödliche Schießerei überschattet Wahlkampf"

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  • Wieder einmal heißt es wenig hilfreich Terror. Es ist aber für den Gottgläubigen Gottesdienst.
    Idealistische Philosophe, Religion als Ursache allen Übels.

  • Überall in der EU das Gleiche, Bomben u.s.w. Dank an Frau Dr. Merkel für ihre zahlreichen Gäste, die zu einem islamischen Deutschland gehören wie die zu erwartenden Notstands-Gesetze, neuen Pässe mit Fingerabdrucke für die einheimische deutsche Bevölkerung und natürlich höhere Steuern und Abgaben
    für die längst bewiesene nicht mögliche Integration der Gäste. Eine EU-Polizei ist glücklicher Weise auch im Aufbau, könnte sich doch die eigene Truppe weigern auf das Volk zu schießen. Alles im Allem, der Fortschritt läßt sich nicht aufhalten, ebenso wie damals der Sozialismus. Geh voran, Pionier!

  • Na wunderbar, wieder mal ein Islamist der IS. Kommt ja auch fast kaum vor und es sind nicht alle so.

    Und der Islam gehört deshalb auch bitteschön weiterhin zu Deutschland, und zwar mit steigender Tendenz.

    Zurück ins Mittelalter heisst die Devise Dank Merkel.

    Dann zahlen wir auch endlich wieder Wegezoll (lässt sich superleicht mit den importierten Fachkräften regeln und ist damit einfacher einsetzbar als die verkorkste deutsche Maut), tauschen Karotten gegen Tabak, schlafen in Lehmhütten (spart teure Miete), entwickeln die Liebe für Ziegen, reiten auf Kamelen und Eseln (ist umweltfreundlich und ganz ohne betrügerische Software von der bösen Bosch), sparen das komplette Geld für Schulen und Universitäten (den die werden abgeschafft) und und brauchen vor allem nicht mehr arbeiten, da wir eine intelligente Grundrente in Talern und Naturalien von unser aller Staatsratsvorsitzenden der Islamisch-Deutschen Republik Bananistan (IDRB) beziehen.

    Die Konzentration sei dann somit bitte nur noch auf das Wetter und auf die Fortpflanzung zu richten, welch allseits befreiender Gedanke.

  • Made in PRC:
    https://klausnahr.wordpress.com/2007/12/16/made-in-prc-schoner-schein/

  • Gleiches gilt für die riesige Jugendarbeitslosigkeit in der EU gerade in Südeuropa.
    VERLOGEN. VERLOGEN, VERLOGEN, was uns die Medien immer wieder mit dieser angeblichen deutschen Erfolgsgeschichte auf Brot schmieren wollen.
    Alles hängt mit allem zusammen!

  • Unsere Exportwirtschaft braucht den Weicheuro und die Billigproduktion in Osteuropa (just in time, gerade im Automobilbau, mit den ganzen osteuropäischen Billigzulieferern), weil anscheinend nur dann, die globale Wettbewerbsfähigkeit gegeben ist.
    Oder warum sonst rollen ganze Armadas von osteuropäöischen LKWs über deutsche Autobahnen. Das ganze Zeugs wird durch die EU gekarrt, weil es billiger ist, als es hier vor Ort „Made in Germany“ komplett herzustellen.
    Die inländischen Arbeitslosen, deren Jobs man wegrationalisiert und ins billigere Ausland verlagert hat, werden dann mit der Agenda drangsaliert und mit Hartz IV abgespeist.

  • Francois Hollande muß sich vollkommen beschissen fühlen. Immer wieder die gleiche Bestürzung und immer wieder die gleiche Ansprachen vor der Nation. Vielleicht dämmert ihm langsam, das er der Präsident war. Und er hat nichts dagegen getan.

  • Der Waagenhersteller ADE ist auch so ein Negativbeispiel.
    Da wird dann schwarz-rot-gold auf die Umverpackung gedruckt.
    Man kauft im Glauben an deutsche Markenware und einen großen Namen das Produkt und stellt dann nach dem Auspacken enttäuscht fest, das die Waage „Made in China“ ist.
    Hört mir auf mit Made in Germany.
    Unser Erfolgsmodell beruht auf Lohndumping, millionenfache Mini- und Mudijobs, und einer Einheitswährung Namens Euro, die für deutsche Verhältnisse völlig unterbewertet ist!
    Wären unsere Produkte wirklich so überragend gut un d erfolgreich, könnten wir sie auch unter einer harten Währung auf den Weltmärkten verkaufen.


  • Poschardt schreibt in der Welt: „Vielen Unternehmen gelingt es mit qualitativ hochwertigen Produkten, Dinge anzubieten, die nicht nur den Stempel „made in Germany“ mit Stolz tragen, sondern dieses Siegel auch nachhaltig als Qualitätsversprechen einlösen.“

    „Made in Germany“, ich lach micht tot!
    Wenn ich aufs Herstellungsetikett angeblich deutscher Produkte schaue, steht da nur Designed in germany, aber der Herstellungsort ist Made in EU, Made in China / PRC, oder eben aus Osteuropa.
    Zudem wird das angeblich so hochwertige Zeugs, dass in Osteuropa oder anderswo auf der Welt produziert und hergestellt wird, dann auf den Weltmärkten verramscht.
    Hört auf uns zu verarschen!

  • Was nützt den Franzosen der Ausnahmezustand und eine spezielle Staatsanwaltschaft,
    wenn solche Banlieutypen, die zudem schon mehrfach wegen ähnlicher Vorfälle aufgefallen sind, einfach so frei rumlaufen dürfen. Sie haben nichts dagegen unternommen. Da muß aufgeräumt werden. Gründlich. Die Franzosen haben ja jetzt die Wahl.

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