Frankreich und die Magermodels
„Size 0“ war gestern

Dünn, mager, Model: Wer in Paris, Mailand, London oder New York auf die Laufstege will, muss dürr sein. Doch Frankreich macht Schluss mit dem Magerwahn. Und führt eine ärztliche Attestpflicht ein.

ParisOb in Paris, Mailand, London oder New York – selten sieht man so viele dürre Frauen wie bei den Fashion-Weeks. Viele Modeschöpfer weltweit schwören auf die Magermodels mit maximal „Size 0“ weil an ihnen ihre Kreationen perfekt wirken. Doch in Frankreich sollen die Storchenbeine, die man heute mit „Thigh Gap“, der Lücke zwischen den Oberschenkeln umschreibt, von den Laufstegen verschwinden. Die Nationalversammlung hat ein Gesetz dazu verabschiedet.

Die Models brauchen eine ärztliche Bescheinigung, dass sie nicht krankhaft mager sind. Wenn Dior, Louis Vuitton, Chanel, Armani oder die anderen Großen der Branche in Zukunft in Paris nicht darauf bestehen, drohen sechs Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von 75.000 Euro. Das dürfte viele abschrecken. Nicht nur auf dem Laufsteg wird gegen die Klappergestelle mobil gemacht. Werden Fotos retuschiert und Models optisch dünner oder dicker gemacht, muss das auf den Fotos in Zukunft vermerkt werden.

Das neue Gesetz ist Teil einer Gesundheitsreform in Frankreich. Es ist allerdings weniger streng ausgefallen als ursprünglich geplant. Eigentlich sollte sogar ein Body-Mass-Index (BMI) von den Behörden festgelegt werden, der das Verhältnis von Gewicht zur Körpergröße festlegt. Darauf wurde verzichtet.

Schon lange erhitzt die Debatte die Gemüter in Paris und Politiker aller Parteien wollten die Magermodels verbieten. Bereits 2007 sprach sich das deutsche Topmodel Claudia Schiffer dagegen aus und erzählte, dass sie Extremdiäten ablehne. Auch Modeschöpfer Jean-Paul Gaultier hat nicht viel für die spitzen Knochen übrig und zeigte auch mal dicke Models. „Nicht nur dürre Frauen sind schön“, lautet sein Credo. Der deutsche Designer Karl Lagerfeld, der für Chanel arbeitet, sah das bisher immer anders. Er war gegen ein Gewichtsdiktat. Die Models seien nicht mager, sondern hätten einfach nur einen schmalen Körperbau, glaubt er.

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Schluss mit Kurven

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