Frankreich
Villepin zieht Konsequenzen

Nach seiner Niederlage im Streit über die Arbeitsmarktreform will der französische Premierminister Dominique de Villepin offenbar nicht mehr für das Präsidentschaftsamt kandidieren. Gleichwohl lehnte er einen Rücktritt als Regierungschef ab.

HB PARIS. „Ich habe schon immer gesagt, dass ich keine Ambitionen auf die Präsidentschaft habe“, sagte Villepin in einem Fernsehinterview. Die vergangenen Wochen, in denen Millionen Menschen gegen den Ersteinstellungsvertrag und damit die Abschaffung der Kündigungsfrist für Berufseinsteiger protestiert hatten, seien für ihn eine „harte Prüfung und schwierige Zeit“ gewesen.

Sein Amt als Regierungschef will er trotz der anhaltenden Kritik aus der Bevölkerung behalten. Er werde „weiterkämpfen und nach Antworten suchen“, sagte er dem Sender TF1. Staatspräsident Jacques Chirac hatte das Gesetz zur Arbeitsmarktreform am Montag zurückgezogen und durch einen Plan zur besseren beruflichen Eingliederung benachteiligter Jugendlicher ersetzt.

Während des Kampfes um die Reform waren die Zustimmungswerte für Villepin stark gesunken. Vor der Krise galt der eloquente Politiker als möglicher Kandidat der Regierungspartei UMP für die Nachfolge Chiracs. Die Präsidentschaftswahl findet im kommenden Jahr statt.

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