Frankreich-Wahl
Wehe dem Sieger!

Francois Hollande hat die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen für sich entschieden. Seine Aussichten sind gut, die Stichwahl zu gewinnen. Auf ihn wartet ein Land, das sein Selbstvertrauen verloren hat.
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ParisNicolas Sarkozy hatte seine ganze Hoffnung darauf gesetzt, aus der ersten Runde der Präsidentschaftswahl mit einem leichten Vorsprung auf Herausforderer Francois Hollande hervorzugehen, um trotz der für ihn sehr ungünstigen Umfragen über den Ausgang der Stichwahl behaupten zu können: „Es gibt eine neue Dynamik für mich“.

Daraus ist nichts geworden. Hollande hat Sarkozy im ersten Wahlgang auf Platz zwei verwiesen - wenn auch mit etwas geringerem Vorsprung als zunächst angenommen. Nach Angaben des Innenministeriums vom Montagmorgen kam Hollande nach fast vollständiger Auszählung der Stimmen auf 28,63 Prozent. Amtsinhaber Nicolas Sarkozy erreichte 27,08 Prozent. Es fehlten nur die im Ausland abgegebenen Stimmen.

Umso schwieriger wird es nun für den Präsidenten, seine Anhänger für die entscheidende zweite Runde zu mobilisieren. Auch wenn man das Ergebnis von 6.Mai nicht vorwegnehmen kann: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Frankreichs neuer Staatspräsident Francois Hollande heißen.

Unser Mitleid gilt ihm schon jetzt. Denn er wird von der Amtsübernahme am 18.Mai an ein Land regieren, das wirtschaftlich in die Zweitklassigkeit abzurutschen droht und dessen Bevölkerung zu einem großen Teil nicht an den Sinn von Reformen glaubt. Gleichzeitig ahnen die Franzosen, dass nicht alles einfach so weitergehen kann wie bisher. Die Erklärung für dieses Paradox? Die Franzosen sind vor allem eines: zutiefst desillusioniert. Sie sehen sich als Verlierer der Globalisierung und haben zu einem großen Teil die Hoffnung darauf aufgegeben, dass ihre Politiker etwas daran ändern können.

Hollande muss, wenn er Erfolg haben will, diese Resignation durchbrechen. Und das mit einer Partei, die er zwar im Wahlkampf mit überraschend harter Hand hinter sich gebracht hat, die aber mit Blick auf die politischen Inhalte tief gespaltet ist zwischen behutsamen Reformern wie Hollande und traditionellen Linken. Die Sozialistische Partei steht, wenn man es mit Deutschland vergleichen will, ungefähr da, wo die SPD 1998 stand.

Doch die Welt ist seitdem nicht stehengeblieben, Hollande muss sich auf die viel ungünstigeren Bedingungen von 2012 einstellen, und das heißt für Frankreich vor allem: Schwaches Wachstum, hohes Defizit im Außenhandel und steigende Zinsen auf die hohe Staatsschuld.

Der neue Präsident muss in viel kürzerer Zeit nachholen, was Deutschland mit einigen Irrungen und Wirrungen seit 1998 an Veränderungen auf den Weg gebracht hat. Dabei muss er gleichzeitig die ungeduldigen Anleger überzeugen, deren Glauben an die die Qualität von Frankreichs Staatsanleihen schwindet, und seine Wähler, die einen schnellen politischen Wechsel erwarten.

Kommentare zu " Frankreich-Wahl: Wehe dem Sieger!"

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  • @Zeckenzange. Die Lösung kannst Du im Programm von Marine le Pen nachlesen.

  • brav: so geht das: s'Multikulti ist schuld.
    Ja und Zecke wird uns gleich auch noch die volkswirtschaftliche resp. betriebswirtschaftliche Lösung für uns alle liefern.

  • ..es gibt kein deutsches wesen mehr, dieses wurde Zug um Zug in den letzten Jahren eliminiert. Bewußt und vorsätzlich, zugunsten eines Multikultiwesens. Ungenau, degeneriert und komplett anders geartet. So sieht´´s aus !

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