Zum Frankreich Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Frankreich vor der Wahl
Dauerfeuer auf Macron

Elf Politiker, zwei Moderatorinnen, fast drei Stunden Sendezeit: Von ganz links bis ganz rechts schießen sich die Präsidentschaftsbewerber auf Emmanuel Macron ein – mit tatkräftiger Unterstützung aus Russland.
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ParisDer Wahlkampf vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl biegt langsam auf die Zielgerade ein. Geklärt hat er nicht viel. Gab es bei früheren Urnengängen zweieinhalb Wochen vor der Wahl zwei weit vorne liegende, klare Favoriten, hat sich heute das Feld der Bewerber immer noch nicht richtig auseinandergezogen.

Die Demoskopen sehen den Sozialliberalen Emmanuel Macron ungefähr gleichauf mit der rechtsextremen Marine Le Pen. Doch auf die Umfragen gibt man nicht mehr so viel wie früher.

Das Misstrauen schüren die Demoskopen selber. Nicht wegen der angeblichen Prognose-Desaster beim Brexit und der Trump-Wahl, sondern weil die Experten stets neue Gründe dafür finden, wieso diese Wahl völlig aus dem Rahmen falle: Nie zuvor habe es so viele Wähler gegeben, die sich enthalten oder einen weißen Stimmzettel abgeben wollen, nie seien sie so unentschieden oder wankelmütig gewesen und nie war die Bindungskraft der traditionellen Parteien geringer. Und da wollen die Fachleute jetzt schon wissen, wie es ausgeht?

Unentschieden sind in Wirklichkeit auch die Demoskopen selber. Vor drei Wochen gab sich Frédéric Darbi, Chef des seriösen Instituts Ifop, noch gewiss: „Frankreich wird wieder eine sehr hohe Wahlbeteiligung erleben.“ Inzwischen verkünden die Forscher unisono, die Beteiligung verspreche deutlich geringer als früher auszufallen. Das könne sich aber auch noch ändern. Ach so.

Verständlich, dass man dem seit Wochen nahezu unverändert prognostizierten Zieleinlauf nicht mehr recht traut, mit Macron/Le Pen um 25 Prozent, dahinter knapp unter 20 Prozent der Konservative François Fillon und dann der weit links agierende Jean-Luc Mélenchon. Neue Auguren gewinnen Beachtung, wie die kanadische Gesellschaft Filteris. Die wertet die Netzaktivität aus und ist nach eigener Aussage dazu in der Lage, auch positive und negative Einstellungen herauszufiltern. Sie will festgestellt haben, dass Fillon unterschätzt werde und knapp vor Macron liege.

Die Botschaft verbreitet nun auch Fillons Mannschaft unermüdlich – und schießt sich auf Macron ein, statt die gefährliche Le Pen zu attackieren. „In der Kriegskunst gilt: Sie müssen erst die nächste Schlacht gewinnen, dann den Krieg“, sinniert Reserveoffizier Henri de Castries, Ex-Chef des Versicherers Axa und nun wirtschaftspolitischer Vordenker von Fillon. Damit will er sagen, dass Fillon nicht Le Pen, wohl aber Macron am Einzug in die Stichwahl hindern und anschließend in der zweiten Runde, Le Pen besiegen könne.

Kommentare zu " Frankreich vor der Wahl: Dauerfeuer auf Macron"

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  • Ich mach' drei Kreuze, wenn die Wahlen in Frankreich endlich vorbei sind und alles einigermaßen glimpflich abgelaufen ist.

    Weil erst danach die Probleme in Angriff genommen werden können.

    Als ob wir - ja, wir! - davon zu wenig (und dafür zu viel Zeit zum Totschlagen) hätten.

  • Naja, Herr Berger.
    Diese Bots und Fakes sollen ja nur sugerieren, dass es eine gewisse Mehrheitsmeinung gibt. Tatsächlich schaut das ja meist ganz anders aus.
    Da wird der Mensch mit seinem sozialen Herdentrieb vorgeführt. Und eine Dummheit nur oft genug wiederholt, findet halt immer mehr Anhänger.
    Schon gewusst, dass Trump per OP die Unterschenkel hat verlängern lassen, um größer zu werden?! ;)

  • Man muss sich ja nur die Zahl der bezahlten Schreiberlinge in den verschiedenen Foren anschauen, dass weiss man, dass le Pen das schaffen kann.

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