Zum Frankreich Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Newsblog zur Frankreich-Wahl
Macron liegt in Umfragen deutlich vor Le Pen

Die Präsidentschaftswahl in Frankreich ist richtungsweisend für Europa. Das gute Ergebnis von Le Pen schockiert viele. Europa hofft auf Emmanuel Macron. Die Reaktionen können sie nachträglich im Newsblog verfolgen.
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Paris/DüsseldorfPolit-Jungstar Macron und die Rechtspopulistin Le Pen ziehen ins Finale der Schicksalswahl in Frankreich. Das gute Abschneiden Le Pens ist für viele ein Schock – vor allem in Europa. Die wichtigsten Ergebnisse können Sie im Newsblog nachlesen.

  • Macron und Le Pen in Stichwahl.
  • Wahlbeteiligung liegt bei rund 80 Prozent.
  • Antifaschisten randalieren in Paris.
  • Euro steigt auf höchsten Stand seit fünf Monaten.

+++ Fillon zieht sich zurück +++

François Fillon führt die bürgerliche Rechte indes nicht in die Parlamentswahlen im Juni. Das kündigte er am Montag vor dem Leitungsgremium der Republikaner in Paris an. Fillon galt noch Ende vergangenen Jahres als Favorit für die Nachfolge von Hollande. Die Affäre um die angebliche Scheinbeschäftigung seiner Frau im Parlament ließ seine Beliebtheitswerte aber schrumpfen.

+++ Hollande pro Macron +++

Frankreichs scheidender Staatspräsident François Hollande hat sich klar für den sozialliberalen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron ausgesprochen. Er werde Macron wählen, sagte Hollande. Er warnte am Montag bei einem kurzfristig angesetzten Presseauftritt vor der Gefahren der extremen Rechten. Deren Präsenz in der Stichwahl sei „ein Risiko für unser Land“.

+++ Juncker warnt vor Le Pen +++

Macron ist bei der Stichwahl nach Darstellung der EU-Kommission die einzige Option für die Europäische Union. Die andere Option würde eine Zerstörung der EU bedeuten, sagt der Sprecher von Kommissionschef Jean-Claude Juncker, ohne Le Pen namentlich zu erwähnen.

+++ Umfrage sieht Macron deutlich vorn +++
Macron dürfte laut einer neuen Umfrage von Opinionway Le Pen in der Stichwahl klar besiegen. Er käme demnach auf 61 Prozent, seine Rivalin auf 39 Prozent.

+++ Attacke auf Macron +++

Le Pen wirft Macron vor, kein „Projekt zum Schutz des französischen Volks im Angesicht islamistischer Gefahren“ zu haben. Beim Thema Terrorismus sei ihr Rivale schwach. Le Pen fügt hinzu, dass die Stichwahl ein Referendum über „unkontrollierte Globalisierung“ sein werde.

+++ Verband der Elektroindustrie sieht große Gefahr durch Populismus +++

Auch die deutsche Elektroindustrie hat sich erleichtert über den Ausgang der ersten Runde in der französischen Präsidentschaftswahlen gezeigt. Er sei froh, dass mit Emmanuel Macron ein erklärter Europäer schon im ersten Wahlgang vorne liege, sagte ZVEI-Präsident Michael Ziesemer am Montag auf der Industriemesse in Hannover. Dessen knapper Vorsprung zur Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, zeige jedoch auch, dass die Gefahr des Populismus nach wie vor vorhanden sei. „Das betrifft weiß Gott nicht nur Frankreich, das betrifft eigentlich alle europäischen Länder.“ Die Wirtschaft, die Industrie insgesamt und der ZVEI träten für eine offene Gesellschaft und ein geeintes Europa ein.

+++ Valls: Französische Sozialisten brauchen Erneuerung +++

Die abgeschlagenen Sozialisten sollen sich nach Ansicht ihres früheren Premierministers Manuel Valls neu aufstellen. Die Partei sei selbstzerstörerisch und müsse sich auf den Umbau freuen, sagte Valls am Montag im Radiosender France-Inter. „Wir befinden uns in einer Phase des Zerfalls, des Abrisses, der Dekonstruktion“, sagte er. Die Sozialisten hatten bei der ersten Wahlrunde eine klare Schlappe erlitten. Ihr Kandidat Benoît Hamon kam auf nur etwa sechs Prozent der Wählerstimmen – ein düsteres Ergebnis für eine Partei, die mit François Hollande zuletzt den französischen Staatspräsidenten gestellt hatte.


+++ CDU-Politiker Röttgen: Macrons Wahlerfolg wichtig für Deutschland +++

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen freut sich über den Wahlausgang: „Mit Macron ist ein Finalist gewählt worden, der wirtschaftsreformorientiert in Frankreich ist“, sagte Röttgen am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Das sei wichtig. „Das ist das Beste, was es geben kann für Deutschland und Europa“, so Röttgen. Macron habe die besten Chancen, in zwei Wochen zum Präsidenten gewählt zu werden. Das sei eine gute Basis für die deutsch-französische Kooperation. Der zweite Platz der Rechtspopulistin Marine Le Pen sei zwar zu erwarten gewesen: „Es macht es nicht besser“, sagte der CDU-Mann.

+++ Ökonom Hüther erleichtert über Wahlausgang +++

Der Wirtschaftsforscher Michael Hüther sieht im Wahlausgang ermutigende Signale für Europa. „Die Achse Paris-Berlin kann wieder zu einem starken Motor werden. So ist das Schlimmste erst einmal verhindert worden“, erklärte der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. „Freilich: die zweite Runde in 14 Tagen muss erst noch gewonnen werden“, hob Hüther hervor. „Und dann beginnt die Arbeit in einem wirtschaftsstrukturell schwach aufgestellten Land.“ Dabei werde Deutschland eine wichtige Rolle der Kooperation zukommen

+++ Euro gibt Gewinne wieder ab +++

Der Kurs des Euro hat am Montag wieder etwas von den starken Gewinnen nach dem Wahlausgang in Frankreich abgegeben. Am Morgen kostete ein Euro 1,0856 US-Dollar. Nach Veröffentlichung der Hochrechnung im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen war der Kurs der Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,0937 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit November. Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung nach dem Kurssprung vom Vorabend. Diese hat den Euro nach dem Hoch am Vorabend wieder etwas mehr als ein halbes Prozent nach unten gedrückt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,0698 Dollar festgesetzt.

+++ 7,6 Millionen Stimmen: Le Pen erzielt bestes Front-National-Ergebnis aller Zeiten +++

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat das beste Ergebnis in der Geschichte ihrer Front National erzielt. Nach fast vollständiger Auszählung stimmten mehr als 7,6 Millionen Franzosen für Le Pen, wie das Innenministerium am Montagmorgen auf seiner Internetseite bekanntgab. Das sind deutlich mehr als die 6,8 Millionen Stimmen, die die Front National landesweit in der zweiten Runde der Regionalwahlen 2015 bekam – der bisherige Stimmrekord der rechtsextremen Partei.

+++ Wagenknecht bedauert Erfolg Macrons in Frankreich +++
Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht hat das gute Abschneiden des sozialliberalen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron in Frankreich bedauert. Wäre der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon in die Stichwahl gekommen, hätte die französische Bevölkerung eine echte Alternative, sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Der ehemalige Investmentbanker Macron dagegen steht für die Fortsetzung und Verschärfung genau jener Politik des Sozialabbaus und forcierter Privatisierungen, die den reaktionären Front National Le Pens erst stark gemacht hat und absehbar weiter stärken wird“, sagte Wagenknecht.

+++ CDU-Europapolitiker Krichbaum: Wir brauchen starkes Frankreich +++
Der europafreundliche französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron hat nach Ansicht des CDU-Europapolitikers Gunther Krichbaum alle Chancen, die Stichwahl am 7. Mai zu gewinnen. „Das ist ein wertvolles Signal für die deutsch-französische Zusammenarbeit“, sagte Krichbaum der Deutschen Presse-Agentur nach dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich.

„Wir brauchen mehr denn je ein politisch starkes Frankreich, wenn es in den nächsten Monaten darum geht, zahlreiche europäische Krisen zu meistern“, betonte der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag.

+++ Macron in seinem Wahlkreis hinter Fillon +++
Der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron hat bei der französischen Präsidentschaftswahl in der nordöstlichen Gemeinde Le Touquet, wo er am Sonntag seine Stimme abgab, den zweiten Platz belegt. Nach den Zahlen des französischen Innenministeriums lag er mit 30,39 Prozent hinter dem Konservativen François Fillon mit 50,8 Prozent. Die Kandidatin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, musste sich mit 9,02 Prozent und Platz drei begnügen. Macron hat dort auch seinen Wahlkreis.

+++ Mogherini: Wahlerfolg Macrons ist Hoffnung unserer Generation +++
Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat den Wahlerfolg des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron begrüßt. „Zu sehen, wie die Flaggen Frankreichs und der EU das Ergebnis von Emmanuel Macron begrüßen - das ist die Hoffnung und die Zukunft unserer Generation“, schrieb die Politikerin am Sonntagabend bei Twitter. Der Mitte-Links-Kandidat Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen ziehen Hochrechnungen zufolge in die Stichwahl am 7. Mai ein.

+++ Le Pen holt in FN-Hochburg gut 46 Prozent +++
Die Kandidatin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, hat die französische Präsidentschaftswahl in der FN-Hochburg Hénin-Beaumont gewonnen, die absolute Mehrheit dort aber verfehlt. Nach Zahlen des französischen Innenministeriums vom Sonntagabend holte die 48-Jährige in dem nordostfranzösischen Ort, wo sie am Sonntag ihre Stimme abgegeben hatte, 46,5 Prozent. Der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron lag dort abgeschlagen mit 14,86 Prozent auf Platz drei, noch hinter dem Linkskandidaten Jean-Luc Mélenchon (19,07 Prozent).

+++ Linkspolitiker Mélenchon gibt keine Empfehlung für Stichwahl +++
Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon hat keine Empfehlung für den zweiten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahl abgegeben. Er wolle die 450.000 Personen befragen, die seine Kandidatur unterstützt hatten, sagte Mélenchon am Sonntagabend. Das Ergebnis dieser Befragung werde dann veröffentlicht.

Hochrechnungen sahen den sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen in der entscheidenden Stichwahl, Mélenchon kam demnach auf den vierten Platz. Mélenchon rief allerdings zu Vorsicht im Hinblick auf die Zahlen auf. Sobald die offiziellen Ergebnisse vom Innenministerium verkündet würden, werde er diese anerkennen. Er warf den Finalisten vor, sich an „den wesentlichsten sozialen Errungenschaften des Landes“ vergreifen zu wollen.

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Macron liegt in Umfragen deutlich vor Le Pen

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Europa gratuliert Macron

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Oben-Ohne-Protest gegen Le Pen

Kommentare zu " Newsblog zur Frankreich-Wahl: Macron liegt in Umfragen deutlich vor Le Pen"

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  • es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man die gewünschten (mit Sicherheit über alle Zweifel erhabenen und neutral erhobenen) Umfrageergebnisse vorlegen kann.

    Wahrscheinlich hat die der Herr Soros noch gestern Abend erstellen lassen.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Heute standen wir am Abgrund, morgen sind wir ein Schritt weiter.

    Ich bin gespannt, wie es weiter geht...egal wer gewinnen mag

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