Zum Frankreich Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Terror im Wahlkampf-Endspurt
„Die Franzosen zu beschützen, ist die wichtigste Aufgabe eines Präsidenten“

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Fillon und Le Pen nutzen den Mordanschlag für ihre Zwecke

Der konservative Kandidat François Fillon war als letzter Redner ausgelost worden, angesichts der späten Stunde eigentlich ungünstig für ihn, doch angesichts der Ereignisse wurde das zu seinem Vorteil: Er baute seine Stellungnahme komplett um und ging vor allem auf den Kampf gegen den Terrorismus ein. Denn in der Zwischenzeit hatte das Innenministerium mitgeteilt, dass es von einem terroristischen Hintergrund der Tat ausgehe. Auch Präsident Hollande sprach von „Spuren, die zum Terrorismus führen.“

Fillon knüpfte sofort daran an, nahm den Vorfall zum Anlass, für sich und seine Vorstellungen zu werben: „Wir müssen gegen die Radikalisierung innerhalb der islamischen Religion kämpfen. Alle, die überwacht werden wegen möglicher Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, müssen vor Gericht gestellt werden. Wenn sie Beziehungen zum IS haben oder Menschen anwerben, müssen sie verurteilt werden.“ Frankreich könne nicht weiter „in dieser Angst, in diesem Terror leben, die schwer auf der Zukunft des Landes lasten.“

Die Frage der Einheit des Landes stelle sich, sagte Fillon. Alle jungen Franzosen sollten sich als Teil einer nationalen Gemeinschaft fühlen. „Die immense Mehrheit der Muslime in Frankreich sind gemäßigte Menschen, die ein ruhiges Leben führen wollen, wir müssen ihnen beim Kampf gegen den Fundamentalismus helfen.“ In der Schlussrunde aller elf Kandidaten sagte Fillon, es habe „keinen Sinn, die Wahlkampagne fortzusetzen.“ Der Kampf gegen den Terrorismus müsse „die absolute Priorität des nächsten Präsidenten sein, und was mich angeht, wird sie es sein.“

Gegen Ende der TV-Übertragung – die Terrormiliz Islamischer Staat hatte gerade verkündet, für die Mordtat verantwortlich zu sein – legte Macron noch einmal nach: „Unser Land ist im Herzen angegriffen, wir leben nun dauerhaft mit dieser Bedrohung. Wir müssen überall gegen den islamistischen Terror kämpfen, innerhalb und außerhalb unserer Grenzen.“ Er wolle im Inland „weiter gehen beim Kampf gegen den Terror, ich werde Sie beschützen“, kündigte er an, ohne Einzelheiten zu nennen.

Dann fügte er hinzu: „Aber wir dürfen der Furcht nicht nachgeben, den Angreifern nicht den Eindruck geben, wir würden ihnen nachgeben und uns spalten lassen. Wir müssen die Wahl der Zukunft treffen, ich will Europa neu gründen, ich will ein Europa, das uns schützt.“

Le Pen nutzte den Anschlag kaltblütig als Vorwand, um für sich zu werben. „Der Alptraum beginnt wieder. Ich bin traurig und von tauber Wut ergriffen, weil nicht alles getan wird, um unsere Mitbürger zu schützen. Ich will nicht, dass man der Jugend sagt, sie müsse mit dieser Bedrohung leben. Ich will einen Angriffsplan gegen den Terror: Schluss mit dem Laxismus!“

Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Anschlag auf Frankreichs berühmtester Straße Le Pens zuletzt schwächelnden Kampagne kurz vor der Wahl noch einmal Auftrieb gibt.

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Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

Kommentare zu " Terror im Wahlkampf-Endspurt: „Die Franzosen zu beschützen, ist die wichtigste Aufgabe eines Präsidenten“"

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  • "Fillon und Le Pen nutzen den Mordanschlag für ihre Zwecke"

    Man könnte fast meinen, die genannten hätten den Terroranschlag zu verantworten.....

  • Wie schon zu erwarten war, nun Gewissheit. Deutschland hat dank Merkel´s Politikversagen seine Innere Sicherheit verloren:

    Der Fall Melissa S. steht offenbar vor der Aufklärung. Wie die Staatsanwaltschaft Hannover am Freitag mitteilte, wird ein 25-Jähriger Syrer verdächtigt, die 27-Jährige am Ostersonnabend auf ihrem Heimweg erstochen zu haben. Es handelt sich um denselben Mann, der am Dienstag auch einen Mann in Kleefeld getötet haben soll. Der Tatverdächtige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

  • Erst die Moerder ins Land holen und jetzt Beschuetzer spielen wollen, das sind die Richtigen.

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