Zum Frankreich Wahl 2017 Special von Handelsblatt Online

Präsidentschaftswahl
Franzosen erwarten ein Duell Macron – Le Pen

Der Wahlkampf in Frankreich ist vorbei. Die Überseegebiete haben den Urnengang bereits eingeläutet, am Sonntag geben dann auch die Bürger im Kernland ihre Stimmen ab. Das Ergebnis des ersten Wahlganges ist noch offen.
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ParisDer Terroranschlag vom Donnerstagabend auf den Champs-Elysees beeinflusst voraussichtlich die französischen Präsidentschaftswahlen, wird aber den Ausgang des Ersten Wahlganges im Vergleich zu den bisherigen Erwartungen nicht radikal verändern. Das ist das Ergebnis der letzten Meinungsumfragen vor dem Urnengang vom Sonntag, die in Frankreich nicht mehr veröffentlicht werden dürfen. Die Kandidaten dürfen am Wochenende auch keinen Wahlkampf mehr führen.

Der Zieleinlauf am Sonntagabend wäre demnach so, wie er seit Wochen stabil vorausgesagt wird: Der Sozialliberale Emmanuel Macron läge an erster Stelle, gefolgt von der Rechtsextremen Marine Le Pen, dem Konservativen François Fillon und dem Linksaußen Jean-Luc Mélenchon. Allerdings sind die Umfrageinstitute vorsichtig und weisen darauf hin, dass es bei der Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen nach Schließung der Wahllokale am Sonntag um 20 Uhr möglicherweise noch kein klares Spitzenduo geben werde, möglicherweise müsse man drei Köpfe zeigen.

Wie bereits nach den Anschlägen in Toulouse im März 2012 und in Paris im November 2015 gewinnt die Furcht vor neuen Terroranschlägen nach der Ermordung des 39-jährigen Polizisten Xavier Jugelé an Bedeutung. War vor dem Anschlag auf den Champs-Elysees vom Donnerstagabend die Arbeitslosigkeit eindeutig der wichtigste Entscheidungsfaktor für die französischen Wähler, so liegt mittlerweile der Terrorismus gleichauf an erster Stelle.

Marine Le Pen wird die höchste Kompetenz bei der Bekämpfung des Terrors zugeschrieben, obwohl sie keinerlei Regierungserfahrung hat. An zweiter Stelle folgen gleich auf Fillon und Macron, weit abgeschlagen dahinter landet Mélenchon.

Die Wahlbeteiligung scheint nicht wesentlich geringer zu werden als vor fünf Jahren. Obwohl in den Medien nun seit Wochen in düsteren Worten vorausgesagt wird, die Franzosen blieben massenhaft den Urnen fern, bestätigt sich das in den Umfragen überhaupt nicht. Die Anzahl der Unentschieden so knapp vor dem ersten Wahlgang nicht höher als bei den vorausgegangenen Präsidentschaftswahlen. Natürlich setzen alle Kandidaten darauf, dass sie auf den letzten Metern in dem Wählerbassin der Unentschlossenen noch Stimmen für sich entscheiden können. Ob das allerdings das Ergebnis grundlegend verändern wird, ist alles andere als sicher. Denn man kann die Unentschiedenen nicht in größerem Umfang dem einen oder anderen der vier Bestplatzierten Kandidaten zuordnen.

Der große Trumpf für Le Pen ist, dass ihre Wähler nun seit Wochen die Entschiedensten sind. Für vier von fünf steht fest, dass sie ihre Entscheidung nicht mehr ändern werden. Bei Fillon ist dieser Anteil etwas geringer und bei Macron liegt er noch etwas niedriger, leicht über 70 Prozent. Das ist allerdings im Vergleich zum Monat März eine radikale Verbesserung für den Kandidaten, der mit seiner Bewegung „En Marche!“ das französische Parteienspektrum vollkommen durcheinandergewirbelt hat.

Noch vor einem Monat war nur ungefähr die Hälfte derjenigen, die sich für ihn entscheiden wollen sicher, bis zum Wahltag auch dabei zu bleiben. Den stärksten Stimmenschwund muss der sozialistische Kandidat Benoît Hamon befürchten, der schon jetzt unter acht Prozent gehandelt wird, und der noch einmal ein Drittel seiner Wähler einbüßen könnte.

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Le Pen hat die treueste Wählerschaft

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