Frankreich
Zwei Festnahmen nach Pariser Flughafen-Angriff

Über die Motive des Pariser Flughafen-Angreifers ist bisher nur wenig bekannt. Plante er ein islamistisches Attentat? Zwei jetzt verhaftete Männer könnten vielleicht mehr Aufschluss geben.
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ParisNach dem Angriff auf Soldaten am Pariser Flughafen Orly hat die Polizei zwei Männer in Gewahrsam genommen. Sie werden verdächtigt, bei der Beschaffung der Schrotpistole des Angreifers eine Rolle gespielt zu haben, wie Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Paris bestätigten. Nach ersten Ermittlungen sind die Männer im Alter von 30 und 43 Jahren keine Islamisten, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise.

Bisher war wenig über das Umfeld des 39 Jahre alten Täters bekannt, der nach dem Angriff von Soldaten erschossen wurde. Drei Verwandte von Ziyed Ben Belgacem waren am Wochenende in Gewahrsam genommen worden und kamen dann wieder auf freien Fuß. Ermittler halten es für möglich, dass der Angreifer einen dschihadistischen Anschlag plante.

Unterdessen tauchte eine Überwachungskamera-Aufnahme auf, die den Angriff am vergangenen Samstag zeigen soll. Das am Montag von der US-Nachrichtenagentur AP veröffentlichte Video zeigt, wie sich ein Angreifer in der Flughafenhalle von hinten einer Soldatin nähert, plötzlich eine Tüte fallen lässt und sich auf sie stürzt. Er bedroht sie mit einer Waffe.

Zunächst reagiert kaum jemand, auch ein einige Schritte entfernter zweiter Soldat läuft einfach weiter. Der dritte Soldat der Patrouille ist zu diesem Zeitpunkt nicht im Bild. In der von einer Reihe französischer Medien aufgegriffenen Aufnahme ist weiter zu sehen, wie der Angreifer die Soldatin einige Meter mit sich zerrt. Ihre beiden Kameraden folgen ihnen mit etwas Abstand. In einem Handgemenge geht die Frau schließlich zu Boden.

Staatsanwalt François Molins hatte am Samstag erläutert, dass es einen Kampf um das Sturmgewehr der Frau gegeben hatte, das der Mann letztlich nahm. Die anderen Soldaten eröffneten das Feuer und erschossen den Mann. Nach Angaben der beteiligten Soldaten hatte er gerufen „Ich bin da, um für Allah zu sterben“ und auch angekündigt, dass es Tote geben werde.

Premierminister Bernard Cazeneuve sagte, seit Jahresbeginn seien in Frankreich fünf Terroranschläge vereitelt worden. Im vergangenen Jahr waren es 17 gewesen. Laut AFP ging der Regierungschef bei einer Veranstaltung in Paris nicht auf Details ein.

Frankreich ist seit gut zwei Jahren mit einer beispiellosen Terrorserie konfrontiert, sie kostete über 230 Menschen das Leben. Auch im Präsidentenwahlkampf spielt das Thema Sicherheit eine wichtige Rolle.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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