Frankreichs femmes fatales
Trierweiler degradiert Hollande zum Pantoffelhelden

Die Spitzenpolitiker Frankreichs zerren ihre Partnerinnen gerne in die Öffentlichkeit – und scheitern in den Untiefen der Mediengesellschaft. Dabei macht das neue Paar Trierweiler-Hollande womöglich den größten Fehler.
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ParisFrankreichs Medien vermissten beim G20-Treffen und beim anschließenden Umweltgipfel in Rio eine Persönlichkeit: die „première dame“ des Landes, in den USA als „first girlfriend“ bekannt, die Lebensgefährtin von Staatspräsident François Hollande, Valérie Trierweiler. Ihre Abwesenheit ist Thema in allen Zeitungen und auf allen Webseiten. Kurios, denn die Medien des Landes waren einmal berühmt dafür, dass sie das Privatleben der Politiker mit allergrößter Diskretion behandelten: François Mitterands Doppelleben, seine außereheliche Beziehung und die Tochter seiner Freundin Anne Pingeot, Mazarine, waren vielen Journalisten bekannt. Doch die breiteten den Mantel des Schweigens darüber. Das hat sich gründlich geändert.

Die Folgen betreffen nicht nur die Klatschseiten der Regenbogenpresse, sie schlagen mit Wucht auf die Spitzenpolitiker zurück. Ausgelöst haben das die Politiker weitgehend selber. François Hollande und seine frühere Lebensgefährtin Ségolène Royal spielten 2007, als Royal gegen Nicolas Sarkozy um das Präsidentenamt kämpfte, noch eine glückliche Beziehung vor. Dabei war Hollande bereits mit Trierweiler liiert. Die Beziehungs-Show war Teil des Wahlkampfes. Wer aber sein Privatleben politisch instrumentalisiert, stellt es zugleich bloß, entzieht ihm den Schutz medialer Diskretion.

Sarkozy selber ging ähnlich vor: Seine Ehe mit Cécila lag bereits in den letzten Zügen, als er noch gemeinsam mit ihr auftrat. Noch nach der Wahl drängte er sie dazu, sich mit ihm vor den Kameras zu zeigen und eine Beziehung vorzuspielen, die nicht mehr bestand. Kurz darauf verließ sie ihn. Doch Sarko fand schnell Ersatz. Carla Bruni entging so wenig wie ihre Vorgängerin dem Bedürfnis des Präsidenten, seine Frauen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Anfangs genoss sie die Aufmerksamkeit und den Rummel, doch auch ihr wurde die Rechnung präsentiert: Wer auf der Spitze steht, sonnt sich in voller medialer Präsenz, muss aber auch einem scharfen Wind standhalten.

Die Sarkozy-treue Presse feierte das Glamour-Paar mit Titelgeschichten und Bilderstrecken. Doch seine Gegner schliefen nicht: Brunis teils unbedarfte, teils groteske Äußerungen wurden bald zum gefundenen Fressen für alle Sarko-Kritiker, denen er ungewollt selber die Lizenz zum Nachtreten gegeben hatte. In Frankreichs Enthüllungs- und Satirezeitung „Le Canard Enchainé“ brachte Bruni-Sarkozy es sogar zu einem eigenen erfundenen Tagebuch, dessen Sottisen Woche für Woche die Leser beglückten.

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Trierweiler degradiert Hollande zum Pantoffelhelden

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„Du gehst uns auf den Sack!“

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Betrogen, aber nicht blöd

Kommentare zu " Frankreichs femmes fatales: Trierweiler degradiert Hollande zum Pantoffelhelden"

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  • Das Problem wäre bei uns dann wohl gelöst. Außer Merkel hat ohnehin niemand etwas zu sagen, da sich der Eheman auf Grund seines eigenen Status in die alltäglichen Gepflogenheiten seiner "Dame" wahrschenlich weniger einmischen will, mangels ZEIT.

    Ob es unserer Demokratie gut tut oder geradewegs schadet, haben wir bereits schon sehr deutlich erlebt und vor denen, welche unter dem riesigen Rettungsschirm "ESM" noch Platz fahnden, müssen wir die Hochachtung nicht mehr verlieren. Verliert sich irgendwie von selbst. Geht uns eigentlich nichts an, weil bekanntlich die Letzten stets von Hunden gebissen werden. Da kommen Deutschlands Schäferhunde wieder zu voller Ehre.

  • für einen Pantoffelhelden , hat ER ( Herr Hollande ) zuviel Macht .
    Europa wird sich ändern , ob Merkel es will oder nicht .
    Dies werden sich die DDR Merkel , Schrebergarten Deutschen , radikal bei ihren Bier überlegen .

  • Da Frankreich in der EU traditionell einen überproportionalen Einfluss ausübt, und die Zeiten alles andere als lustig sind, freut es mich, wenn die "Grande Nation" so einen Pantoffelhelden zum Präsidenten wählte. Das spricht sich sicher rum. Und es muss ja auch irgendwann einmal gute Nachrichten für Angela Merkel geben, zumal die Allianz von Merkozy für den deutschen Steuerzahler nicht unbedingt ein Hit war.

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