Autohilfen schüren Streit um Protektionismus

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Frankreich will die Autobauer PSA Peugeot Citroën und Renault angesichts der Wirtschaftskrise mit insgesamt sechs Milliarden Euro unterstützen. Es handle sich nicht um eine Beihilfe, sondern um ein Fünf-Jahres-Darlehen, das mit sechs Prozent verzinst werde, kündigte Präsident Nicolas Sarkozy in Paris an. Als Gegenleistung hätten die Unternehmen sich verpflichtet, kein Werk in Frankreich zu schließen und alles zu tun, um Entlassungen zu verhindern.

„Der Staat hat sich dazu entschlossen, weil die Krise der Autoindustrie ein außergewöhnliches Ausmaß angenommen hat“, sagte Sarkozy. Die Autobauer sollten das Geld nutzen, um die Entwicklung klimafreundlicher Autos voranzutreiben. Zudem solle der Fonds zur Förderung der Zulieferbranche von 300 auf 600 Millionen Euro aufgestockt werden. Der Staat, PSA und Renault hatten bislang jeweils 100 Millionen Euro dazu beigesteuert.

PSA Peugeot Citroën und Renault begrüßten die Zusage. Sarkozy hatte zuvor gefordert, die Autobauer sollten auf die Verlagerung ihrer Produktion nach China oder Tschechien verzichten. Die Regierung hatte wochenlang mit PSA Peugeot Citroën über die Gegenleistungen für die Hilfe verhandelt. Nach einem Bericht der Zeitung „Les Echos“ ist der Zinssatz so gewählt, dass die EU- Kommission nicht wegen Wettbewerbsverzerrung eingreifen werde.

Die Autoproduktion ist in Frankreich bereits vor der Krise zwischen 2004 und 2007 nach offiziellen Angaben um ein Fünftel geschrumpft. „Frankreich ist zum Auto-Importeur geworden, obwohl dort zwei der zehn größten Autokonzerne beheimatet sind“, kritisierte Sarkozy. Er bekräftigte, dass die Gewerbesteuer im kommenden Jahr abgeschafft werden solle. Dies sei ein zusätzlicher Anreiz für die Unternehmen, auf die Auslagerung der Produktion zu verzichten.

Am Finanzmarkt wurden die französischen Hilfen positiv aufgenommen, da Experten bei Renault und Peugeot ohne frisches Geld Kapitalerhöhungen befürchtet hatten. Beide Firmen legen ihre Quartalsergebnisse in dieser Woche vor und Analysten gehen von deutlichen Gewinneinbußen aus. Die Renault-Beteiligung Nissan gab am Montag ihren ersten Betriebsverlust seit 14 Jahren bekannt und will 20 000 Stellen streichen. Die Aktien von Renault verteuerten sich um mehr als sieben Prozent, die von Peugeot knapp vier Prozent.

Zur Stützung der Autobranche gibt es in Frankreich bereits eine Abwrackprämie von 1 000 Euro sowie Steuerboni für die Anschaffung umweltfreundlicher Kleinwagen.

Zwar ging der Absatzeinbruch im Januar gegenüber dem Vormonat von 15,8 auf 7,9 Prozent zurück. Davon profitierten überraschenderweise aber vor allem deutsche und andere ausländische Produzenten. So konnten Audi, BMW, Mercedes und VW ihre Verkaufszahlen steigern, während sie bei Peugeot/Citroën um 11,2 Prozent und bei Renault sogar um 20,9 Prozent einbrachen.

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