Frankreichs Kabinett im Kurzurlaub
Die Ferien des Monsieur Hollande

Frankreich schwelgt in kollektiver Urlaubsstimmung, der Reisemonat August hat begonnen. Doch Präsident Hollande vermiest seinen Ministern die Freude auf die Ferien. Sie dürfen nur kurz weg – und haben Hausaufgaben.
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ParisSchon die Wahl des letzten Arbeitstags wirkte symbolisch. Nicht wie üblich an einem Mittwoch traf sich das französische Kabinett. Entgegen der sonst als so wichtig geltenden Traditionen hatte Präsident François Hollande zur letzten Sitzung vor der Sommerpause erst für Freitag geladen. Der Start in den Ferienmonat August lag damit nicht mitten in der Woche, sondern vor dem Wochenende - wie für Millionen französischer Arbeitnehmer auch.

Doch damit nicht genug. Der Staatschef soll dem Kabinett auch noch Kurzurlaub von zwei Wochen verordnet haben. „Er mag Ferien einfach nicht“, zitiert „Le Parisien“ einen ungenannten Minister. „Wir fallen fast um vor Erschöpfung“, lässt sich eine Ministerin namenlos zitieren. Im „Journal du Dimanche“ ergänzt ein Regierungsmitglied: „Er hat uns auch gebeten, nach Möglichkeit in der Nähe zu bleiben.“

Viele Minister sollen ihre wenig ausgeprägte Bereitschaft zu nur kurzen Ferien im August über Premierminister Jean-Marc Ayrault an den Staatspräsidenten kommuniziert haben. Der Premier selbst setzt auf „eine richtige Woche Erholung“, allerdings angeblich auch nicht weiter als zwei Stunden von Paris entfernt.

Für Hollandes Verhältnis zum Urlaub könnte ein Blick zurück die Erklärung liefern. Die schlechten Sympathiewerte des Staatschefs haben zeitlich ihren Ursprung in den Ferien des vergangenen Jahres. Mit 61 Prozent Zustimmung lag er vor den Sommerferien noch bestens. Zum „Rentrée“, dem großen Start des Landes im September, gab es gerade noch 46 Prozent positives Feedback. Tendenz seitdem deutlich sinkend.

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Keine unvorteilhaften Paparazzi-Fotos in Badehose

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  • Frankreich ist wirtschaftlich und auch moralisch ziemlich pleite. Dies sage ich nicht mit Häme sondern Sorge.
    Solagne diese Nation nicht die Kraft findet, sich vom Staatssozialismus, dem quasi-religiösen Glauben, dass der Staat alles besser macht, abzuwenden und ihren Bürgern mehr Wettbewerb aber auch geringere Steuern und Sozialabgaben zumutet, wird sich fundamental nichts in diser ehemals "grande" nation verbessern.

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