Frankreichs knappe Kassen
Sarkozys Befreiungsschlag gegen die Krise

Frankreich gerät in der Euro-Krise immer stärker unter Druck. Staatschef Nicolas Sarkozy präsentiert seinen Landsleuten jetzt sogar schon Deutschland als Vorbild.
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ParisWer Anfang dieser Woche das Pech hatte, einen Pariser Flughafen zu passieren, wurde mit der Gelegenheit zu aufschlussreichen Beobachtungen entschädigt. Der Streik des Kabinenpersonals der Air France stürzte deutsche Reisende in Verwirrung, die schließlich in Empörung umschlug – die Franzosen hingegen nahmen die Unbill resignierend hin. Sie kennen das: Sobald Urlaubstermine anstehen – diesmal zu Allerheiligen –, nehmen Beschäftigte von Luftlinien, Flughäfen, aber auch von Bahngesellschaften oder Speditionen ihre Mitbürger als Geiseln. Es ist die gleiche Mentalität, wie sie die Gewerkschaften den Bankmanagern in Frankreich vorwerfen: mitnehmen, was die Lage hergibt, ganz gleichgültig, ob die Gesellschaft darunter leidet oder nicht.

Dieser Mangel an Bürgerbewusstsein trägt dazu bei, dass Reformen in Frankreich so schwerfallen. Ausgerechnet in dem Land, das im 18. Jahrhundert als erstes in der Geschichte die Anrede »Bürger« zum Ehrentitel machte, gilt in Gelddingen das Prinzip: »Jeder ist sich selbst der Nächste«. Mag der Staat so klamm sein, wie er will, der allseitige Kampf für mehr Staatsknete lässt nicht nach. Mal kippen Landwirte Äpfel auf die Straße, dann wieder streikt das U-Bahn-Personal, oder Taxifahrer blockieren die Stadtautobahn.

Die Beteiligten scheinen zu glauben, sie könnten ungestört so weitermachen. Doch ihnen droht ein böses Erwachen. Denn möglicherweise bekommt es Frankreich bald schriftlich, dass seine Seriosität Schaden genommen hat, dann nämlich, wenn seine Staatsanleihen ihre Bestnote AAA verlieren sollten. Schon beeilen sich die Hauptkonkurrenten der Präsidentschaftswahl 2012, einander die Schuld zuzuschreiben. Für den sozialistischen Kandidaten François Hollande ist das drohende Verdikt ein Urteil über die Präsidentschaft Nicolas Sarkozys; dessen Parteigänger versuchen wiederum, einen Sieg der Sozialisten als das eigentliche Risiko darzustellen, das die Rating-Agenturen bereits im Blick hätten.

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  • Wenn Sie ihre eigene DDR hätten wären Sie besser dagestanden. Da gabs so richtige Filetstücke die sich von gerissenen herrausgerissen wurden. Allein am Tisch der Treuhand sitzen etliche Jahrhunderte Knast. Gut das straffreiheit zugesichert wurde.

  • @ Einander alles gut erkannt prima weder ist Griechenland in der Lage den Finanzgau zu erzeugen noch der Iran einen Atomkrieg anzufangen das ist der eigene Untergang. Nun alle wissen es, gibt Global gesehen nur die Abwicklung des Finanzsystems, warum wird es immer wieder versucht zu beleben ? Schaut man sich die Gewinner dieses Spiels an, so sieht man es klar und deutlich, es gibt zu viele Verlierer die nicht mehr gebraucht werden, wohin mit ihnen, denn irgendwann fragen die sich wir haben doch alles gemacht was die von einer Minderheit gewählten Volksverräter wollten, warum haben wir dann diese Klötze am Hals die uns nicht atmen lassen. Nun alles schnell nach Brüssel und da ware wir nicht. Wir haben euch nicht ausgeplündert, so läuft das Ding ins leer, Die DDR ler hattens im Staatsbürgerunterricht und haben trotzdem ihren Metzger gewählt. Masse machts. Der Finanzgau ist nicht beherrschbar, Fukuschima betreiben wir zur Zeit und brauchen bald wieder einen neuen Betonmantel der alte ist jetzt schon rissig. Inflation, Hyperinflation, quellen so langsam aus ihn herraus. Danke

  • Herr von Randow, Ihrer Analyse stimme ich weitgehend zu, nur Sie haben einen der wichtigsten Krisenfaktoren der französischen Gesellschaft vergessen zu erwähnen. Die Elitenbildung in diesem Land und die sich daraus seit mind. 50 Jahren ergebende Unbeweglichkeit und Reformunwilligkeit des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Systems. Egal wohin Sie schauen, ob im linken oder rechten politischen Lager, ob in den Führungsetagen der Großkonzerne (Industrie, Banken, Versicherungen) oder an der Spitze der regionalen und nationalen Verwaltungen und Ministerien, Sie werden immer nur den gleichen Typ "Klon" finden, den die Kaderschmieden ENA, Sc. Po, Polytechnique, Mines oder HEC Jahr für Jahr nach einem fast identischen Muster produzieren: Sprösslinge - fast ausschließlich aus der bereits herrschenden Kaste - werden nach einem idiotischen weil stark mathelastigen Auswahlverfahren in einem völlig autarken monokulturellen akademischen Betrieb (will sagen: minimaler Austausch mit andere Kulturen und Lösungskompetenzen, extrem schwache Fremdsprachenförderung)zu dem gemacht, was sie sind: gleich denkende, fantasielose Führungskader, die über alle politschen Überzeugungen hinweg "sich kennen" und "arrangieren", Hauptsache der eigene Machterhalt und Lebensstandard wird gesichert. Ich bin selbst durch diese "Prägemaschine" gelaufen und weiss wovon ich rede, habe aber erst im Ausland und in der Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen erkannt, wie wenig zukunftsträchtig diese Elitenreproduktion ist. Schlimm ist zudem, dass bis heute keine maßgebliche Persönlichkeit in Frankreich dieses System grunsätzlich in Frage stellt.

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