Frankreichs reiche Minister: Die Champagner-Regierung

Frankreichs reiche Minister
Die Champagner-Regierung

Konten, Wertpapiere, Immobilien, Kunst und Autos – die sozialistischen Minister legen ihr Vermögen offen. Und die Franzosen sind überrascht, wie gut betucht ihre Regierung ist. Allen voran Außenminister Laurent Fabius .
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ParisFrankreichs Minister sind Automuffel: Jedenfalls nennt nur eine Ministerin einen schicken Sportwagen ihr Eigen. Am Hungertuch nagen sie aber nicht, wie die Vermögensliste zeigt, die am Montagnachmittag im Internet veröffentlicht wurde. Alle 38 Mitglieder der sozialistischen Regierung von Präsident François Hollande geben Einblicke in ihre Finanzen. Mit Abstand der Reichste ist Außenminister Laurent Fabius mit einem Vermögen von 6,5 Millionen Euro – Immobilien, Aktien und eine Kunstsammlung über 630.000 Euro.

Eine der Überraschungen der gegen 18 Uhr freigeschalteten Liste ist Arbeitsminister Michel Sapin, den niemand auf der Rechnung hatte. Mit seinen zahlreichen Immobilien bringt der bieder wirkende Minister, der nur durch seine knallrosa Socken auffällt, es auf 2,2 Millionen Euro und damit in die Top Drei von Hollandes Hitparade der Vermögen.

Die Senioren-Ministerin Michèle Delaunay hat wie Arbeitsminister Fabius den größten Teil ihres Vermögens geerbt. Sie hatte bereits vergangene Woche ihr Vermögen von mehr als fünf Millionen Euro veröffentlicht. Nicht nur mit diesem Wert fällt sie aus dem Rahmen, sondern auch dadurch, dass sie über 23 Spar- und Girokonten verfügt – neben einem runden Dutzend Depots. Als einzige aus der Ministerriege hält sie sich zudem gleich zwei BMW, neben einem Lancia. Allerdings sind es alles ältere Baujahre. Am Montag sagte Delaunay treuherzig, sie fühle sich nicht wie eine Reiche, fügte aber auch hinzu, dass es für viele Franzosen, die mit den Härten der Krise zu kämpfen haben, sicher schwer zu verstehen sei, wie man über ein solches Vermögen verfügen könne.

Reichtum steht in Frankreich leicht im Ruf, nicht ehrlich erworben, sondern unverdient erschlichen oder ergaunert worden zu sein. Was wohl auch damit zu tun hat, dass es nicht wie in Deutschland durch den Krieg eine gewaltige Vernichtung von Vermögen gegeben hat und viele Reiche seit Jahrhunderten auf ihren Gütern hocken.

Schon jetzt wird munter diskutiert, ob bei den Angaben alles mit rechten Dingen zugeht. Die Ministerin für die Frankophonie Yamina Benguigui mit ihrem Trick der Gütertrennung ist ein Beispiel, unklare Bewertungen ein anderes.

Auffällig ist, dass die französischen Minister ganz überwiegend auf Betongold setzen. Der allergrößte Teil ihrer Werte steckt in Häusern und Wohnungen. Dem Finanzsystem scheinen die meisten zu misstrauen, denn nur wenige verfügen über große Depots mit Aktien, Anleihen und Fonds oder über Bankkonten mit hohen Beträgen. Für Deutsche als Nation von Autonarren ist auch verwunderlich, dass sich die meisten Minister keine Luxusschlitten leisten. Alte Hyundais, betagte Peugeots und altersschwache Twingos herrschen vor. Premier Ayrault kurvte, bevor er Regierungschef wurde, in einem VW-Bus durch die Lande. Der bringt es mittlerweile auf 25 Jahre und ist bis auf 1000 Euro abgeschrieben.

Die Justizministerin Christiana Taubira machte sich einen Spaß aus der Vermögensliste. Sie führte auch noch ihre drei Fahrräder auf, wobei das teuerste ein Gitane ist, dass bei der Anschaffung 400 Euro kostete – ein Schnäppchen.

Auslöser der Transparenz-Offensive war die Schwarzgeld-Affäre des geschassten Budgetministers Cahuzac. Sein Nachfolger zählt innerhalb der Regierung schon zu den armen Schluckern. Bernard Cazeneuve gehört zwar ein Haus im Wert von 550.000 Euro, doch lasten darauf Hypotheken von einer halben Million. Auch er zählt zu den Automuffeln. Sein Renault ist nur noch 6000 Euro wert – wie soll bei so viel Sparsamkeit die französische Autoindustrie je auf einen grünen Zweig kommen? Cazeneuves Kabinettskollege Pascal Canfin von den Grünen geht noch radikaler zur Sache: Er hat gar kein Auto. Nicht jeder mag das vorbildlich finden, doch in einer Hinsicht ist Canfin zweifellos beispielhaft: Er unterstützt die Wirtschaftspresse mit einer Beteiligung von 3800 Euro am Magazin Alternatives Economiques.

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  • Sich Sozialist nennen und Sozialist sein ist ein grosser Unterschied!
    Wer Schröder und Merkel sozialistisch nennt ist ein Vollpfosten und hat keinen blassen Schimmer was es überhaupt bedeutet!

    Hat Schröder soziale Politik gemacht ? Macht Merkel soziale Politik?
    Ne, aber die Volksverblödung läuft dagegen auf Hochturen!
    Und diese funktioniert anscheinend bestens gerade beim Mittelstand und den Besserverdienenden!

    Immer schön die Klassen gegeneinander ausspielen!
    So lenkt man von den wahren Zielen ab!
    Selbst Assozial sein, auf echte Sozialisten schimpfen und die Linke immer noch für SED Kader halten! (Die meisten sind in die CDU eingetreten!)
    So bekommt das Doofvolk hier was es verdient:
    Die totale Versklavung und Verarmung!

    Bald werden sich sogar alle Ex-Wessis nach der guten alten DDR herbeisehnen, in der sie dann gerne leben würden!

  • Ja glaubt den jemand, bei uns wäre das anders?
    Rot-Grün damals wurde z. B. die Toscana-Fraktion genannt, hier vornehmlich die Grünen. Die haben dort offenbar alle ihre Häuser
    Aber hier wird es niemals durchkommen, dass unsere Politiker all ihr Vermögen offenlegen
    Aber wie sagte Schröder immer so schön? Wir haben über unsre Verhältnisse gelebt.
    Aber damit meinte er ja nur uns, das dumme Volk

  • Zu Westerwelle,der hat sich auf Malorca mit seinem Freund ein 2 Millionen Anwesen gekauft. Aber dieses Geld hat er sich ehrlich mit seinem Abgeordneten und Ministergehalt
    verdient. Die spanischen Putzfrauen werden vermutlich mit
    dem Deutschen Mindestlohn abgegolten.

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