Französisch-israelische Beziehungen seit Monaten gespannt
Israel: Paris soll etwas gegen Antisemitismus tun

Israels Außenminister Sylvan Schalom hat in Paris, zwei Tage nach einem Brandanschlag auf ein jüdisches Sozialzentrum in der französischen Hauptstadt, Taten statt nur Worte gegen den Antisemitismus gefordert.

HB PARIS. „Wir würden gerne sehen, dass die Reden in die Wirklichkeit an Schulen und Hochschulen umgesetzt werden“, sagte Schalom nach einem Gespräch mit Innenminister Dominique de Villepin. Der französische Justizminister Dominique de Perben erklärte, die Regierung habe „allen Rassismen den Krieg erklärt“.

Frankreichs Außenminister Michel Barnier wollte nach Angaben seines Amtes Schalom am Abend „die Entschlossenheit Frankreichs zum unermüdlichen Kampf gegen den Antisemitismus“ versichern. Man werde über Israels Pläne zum Rückzug aus dem Gaza-Streifen, die neue Siedlungsaktivität im Westjordanland und die Verzögerungen bei der Umsetzung des Fahrplans für einen Nahost-Frieden sprechen.

Die französisch-israelischen Beziehungen sind seit Monaten gespannt. Ein Treffen Barniers in Ramallah mit Palästinenserpräsident Jassir Arafat stieß in Israel auf Empörung. Ebenso empört war Paris über einen Aufruf des israelischen Regierungschefs Ariel Scharon an alle französischen Juden, nach Israel auszuwandern, um dem „entfesselten Antisemitismus“ in Frankreich zu entgehen.

Beim Brandanschlag auf die jüdische Sozialküche in Paris war niemand verletzt worden. Die Täter malten Hakenkreuze sowie Parolen an die Wände, die den Ermittlern Rätsel aufgeben. Ein Bekennerschreiben auf einer islamischen Internet-Seite wird von den Behörden nicht ernst genommen.

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