Französische Farce
Copé gibt UMP-Vorsitz nicht verloren

Der Machtkampf um den Vorsitz der französischen Partei UMP dauert an. Nach der umstrittenen Urwahl forderte François Fillon seinen Rivalen Copé zum Verzicht auf den Vorsitz auf. Der bleibt jedoch hartnäckig.
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ParisDer Machtkampf bei den französischen Konservativen nimmt kein Ende: Der offiziell zum neuen Vorsitzenden der Oppositionspartei UMP erklärte Jean-François Copé lehnte am Donnerstag die Forderung seines Rivalen François Fillon ab, freiwillig auf das Führungsamt zu verzichten. Mit Blick auf seinen von einer internen Wahlkommission verkündeten Sieg bei der Urwahl vom Sonntag sagte Copé dem Sender Europe 1: „Das Ergebnis ist bekannt. Wenn man dem widerspricht, dann geht das vor eine Berufungsinstanz." Noch am Donnerstag rief er die Schiedsstelle der UMP an, die nun eine Entscheidung über das hauchdünne Ergebnis fällen soll. Die Wahlkommission hatte Copé vom rechten Parteiflügel am Montag mit 98 Stimmen Vorsprung zum Sieger erklärt.

Fillon hatte schon am Mittwoch eine weitere Wende in dem erbitterten Führungsstreit mit Copé vollzogen: Nachdem er zunächst das Ergebnis der Urwahl anerkannt hatte, erklärte er dieses dann für unzulässig, weil die Stimmen aus drei Überseegebieten vergessen worden seien. Würden diese hinzugezählt, dann habe er die Urwahl mit 26 Stimmen Vorsprung gewonnen, gab das Lager des zur Parteimitte zählenden Ex-Regierungschefs bekannt. Später verkündete Fillon, er verzichte auf den UMP-Vorsitz, forderte zugleich aber auch seinen vom rechten Parteiflügel unterstützten Rivalen Copé zum Verzicht auf.

Fillon fordert, dass Ex-Premierminister und UMP-Mitbegründer Alain Juppé zum Übergangschef der UMP ernannt wird, der bei der Urwahl nicht angetreten war. Sollte diese Forderung nicht erfüllt werden, will Fillon notfalls vor Gericht ziehen, wie er am Mittwochabend dem Sender TF1 sagte.

Diese Forderung lehnte Copé am Donnerstag aber klar ab: Demjenigen, der die Urwahl verloren habe, stehe es nicht zu, einen ihm genehmen Parteichef einzusetzen, sagte er. Auch eine mögliche Vermittlung Juppés in dem Streit lehnte Copé ab. Wenn Fillon vor Gericht ziehen wolle, dann sei er zu dieser Auseinandersetzung bereit.

Der erbittert ausgetragene Wahlkampf der beiden Rivalen und das Chaos am Wahlabend haben die UMP von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy tief gespalten. Nach dem Urnengang vom Sonntag hatten sich zunächst sowohl Copé als auch Fillon zum Sieger ausgerufen. Zugleich wurde aber auch von beiden Lagern der Vorwurf des Wahlbetrugs erhoben. Copé hatte die Urwahl nach dem Ergebnis der internen Wahlkommission mit einem hauchdünnen Vorsprung von 98 Stimmen gegenüber Fillon gewonnen.

 
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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