Französische Grenze

Brand in AKW Cattenom erzürnt deutsche Nachbarn

Die deutschen Nachbarn des französischen Atomkraftwerks Cattenom haben genug. Erneut gab es in der Anlage eine Panne - mit weit sichtbarer Rauchsäule. Gefahr habe nicht bestanden. Doch Politiker fordern Konsequenzen.
Update: 07.06.2013 - 22:37 Uhr 12 Kommentare
Im Atomkraftwerk in Cattenom, Frankreich (Archivbild von 2011) hat es am Freitag gebrannt. Quelle: dpa

Im Atomkraftwerk in Cattenom, Frankreich (Archivbild von 2011) hat es am Freitag gebrannt.

(Foto: dpa)

CattenomIm französischen Atomkraftwerk Cattenom nahe der deutschen Grenze hat es am Freitag gebrannt. Das Feuer sei in einem elektrischen Transformator außerhalb der nuklearen Anlagen ausgebrochen, teilte die Betriebsleitung der Nachrichtenagentur AFP mit. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Es sei auch niemand verletzt worden.

"Das Feuer war nicht sehr groß, aber es war von außen eine Menge Rauch zu sehen", erklärte die Kraftwerksleitung. Der Brand sei am frühen Nachmittag ausgebrochen. Der Reaktorblock, zu dem der betroffene Bereich gehörte, sei heruntergefahren worden. Den Angaben zufolge gelang es Einsatzkräfte des Kraftwerks und der Feuerwehr den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Der Vorfall hat auf deutscher Seite erneut für Unruhe und heftigen Protest gesorgt. Die Regierungen in Rheinland-Pfalz und Saarland forderten eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls. Sie bekräftigten ihre Forderung, das grenznahe AKW abzuschalten. In dem lothringischen Atomkraftwerk war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Pannen gekommen.

„Cattenom ist ein für uns nicht akzeptables Risiko in der Großregion“, sagte die saarländische Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD). „Cattenom ist und bleibt ein Pannen-AKW“, sagte die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne). Wegen wiederholter Zwischenfälle sei es "höchste Zeit", das Kraftwerk vom Netz zu nehmen, erklärte sie. Die Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion im Saarland, Simone Peter, nannte Cattenom eine tickende Zeitbombe.

Nach Angaben des saarländischen Umweltministeriums war in dem AKW Öl in Brand geraten. Die französische Atomaufsicht ASN teilte mit, zwei ihrer Vertreter seien auf dem Gelände, um den Zwischenfall zu untersuchen.

  • dpa
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12 Kommentare zu "Französische Grenze: Brand in AKW Cattenom erzürnt deutsche Nachbarn"

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  • Nicht doch! Die armen IRREN IN DER KLAPSE SIND SCHON GESTRAFT GENUG; Wir sollten diesen Personenkreis Tätigkeiten ausführen lassen die gesellschaftlich sinnvoll und nützlich sind: Asse ausräumen lassen, in Tschernobyl eine neue Sicherheitsglocke errichten und in Japan den Dreck des Atomkraftwerks wegräumen. Nur so als Tipp.

  • Interessanter Bericht von der UNSCEAR

    Man erklärt damit den gut 18.000 zusätzlichen Kindern mit Krebsgeschwüren/Knoten; das liegt keineswegs an der Strahlung sondern vielmehr an ihren irrationalen Ängsten.

    Hut ab vor soviel Chuzpe.

    Was kommt als Nächstes von UNSCEAR ?
    Endlagerstätten völlig unnötig!!!
    Radioaktive Abfälle einfach mit Schmackes in die Luft jagen. Das gibt wundervolle schwarwälder Heilstrahlung.

    Diese Behörde kann von mir aus schreiben was sie will, die dürfen auch gerne falsche Meßwerte (und sie sind falsch) in eine rosarot heile Strahlenwelt verpacken.

    Es mag auch Leute geben, die sowas glauben...ich nicht.

  • Wenn du genau lesen würdest, würde dir auffallen, dass das Bild von 2011 ist. Steht nämlich DIREKT DRUNTER.

    Erklär mal das:
    pic.twitter.com/xz8ARhYAta
    pic.twitter.com/btsGFg1dzn
    pic.twitter.com/eLC72wULxq
    pic.twitter.com/2R2g05W9KC

  • Wir haben dieses Monster vor der Haustür. Aber was soll man schon von Betreiber -u. Politikergelaber anderes erwarten, als:
    "Eine Gefahr für die Bevölkerung hat zu keinem Zeitpunkt bestanden!" Da frag ich mich schon, warum einfache Arbeiter die Scheisse in Fukushima aufräumen mussten und nicht die Direktoren. Wieviel von den Sovjetsoldaten leben eigentlich noch, die man aufs Dach der AKW Ruine von Tschernobyl gejagt hat? Leute die diese vorsintflutliche Technik immer noch gutheissen gehörten samt verantwortlichen Politikern und Betreibern in eine geschlossene Anstalt.

  • Ich bin nicht emotionslos, jedoch ein Oekoungläubiger. Dem Glauben an dämonische Atomstrahlen, "Strahlenverseuchungen" und anderen ökologischen Sagas mag ich aufgrund besseren Wissen nicht folgen.

    In weiten Teilen der Evakuierungszone rund um Fukushima liegt die Radioaktivität gem. der bekannten und veröffentlichten Messwerte in etwa auf dem Niveau des Schwarzwalds und so hat die UNSCEAR als Fazit ihres Berichts geschrieben, dass es in Japan mit den Reaktorunfällen soviele Krebsfälle geben wird, wie ohne diese auch.

    Vandale

  • @ Vandale

    Zusatz:
    43.000 untersuchte Kinder
    46% mit Geschwüren und Knoten (hauptsächl. Schilddrüse)

    Schilddrüsenkrebs hat eine Mortalitätsrate von etwa 7%

    D.h. mindestens 1384 Kinder (Stand März2013) werden daran sterben.

    Wie sie das in ihre steile These von sinnloser Panik einbauen, überlass ich ihrem Gewissen.

  • @Vandale

    Von 43.000 im Umfeld von Fukushima untersuchten Kinder haben bereits über 40% Krebsknoten und Geschwüre. Vor dem Gau lag der Wert bei 1%

    Emotionslosen Kreaturen entlockt das (wie in ihrem Fall)ein Schulterzucken und verständnisloses Kopfschütteln.

    Sozial kompetente Menschen machen sich da schon mehr Gedanken

  • Wartet erst mal wenn eines Tages der ganze französische Atom-Kraftwerksschrott im deutschen Endlager landet - wobei die Kosten der Rückbauten sicherlich dann "eine gesamteuropäische Aufgebe sein werden, die die Solidarität der Freunde erfordert".

    Und deutsche Politiker konnten unseren französischen "Freunden" noch nie einen Wunsch abschlagen.

  • P.S. Einziger Trost wäre, daß in diesem Falle auch die Gelbfüßler in BaWü am schnellsten betroffen wären, die mehrheitlich eine linksgrüne Landesregierung wegen eines NICHT stattgefundenen Atomunfalls am anderen Ende der Welt in Regierungsverantwortung gewählt haben.

  • Road Runner...nahe der Deutschen Grenze im Elsass und Lothringen stehen lediglich 6 der 58 umweltfreundlichen Kernkraftwerke Frankreichs in Cattenom und Fessenheim. Es gibt für Frankreich neben ihren seltsamen Ideen wichtigere Standortkriterien.

    Üblicherweise sucht man die umweltfreundlichen Kernkraftwerke nahe der grossen Verbraucher zu platzieren. Es bedarf grosser Mengen möglichst kaltem Kühlwassers und idealerweise einen Anschlusspunkt an das Höchstspannungsnetz.

    Bedenklich stimmt lediglich, dass die Deutschen Politiker im Fall eines Reaktorunfalls in Frankreich vorraussichtlich Panik schüren würden und dann analog Fukushima, wo die radioaktive Kontamination zu gering war um ein Gesundheitsrisiko darzustellen, enorme, sinnlose Panikkosten verursachen*.

    Vandale

    *Die WHO hatte die sinnlose, grossfächige Evakuierung in Fukushima kritisiert da diese durch Stress und Unfälle statistisch Menschenleben gekostet hat.
    Die IAEA hat das grossflächige Abtragen von Erdreich in Japan als sinnlos kritisiert.

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