Französische Rentenreform
Sarkozy gibt nur ein bisschen nach

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zeigt sich von den Protesten im ganzen Land wenig beeindruckt. Trotz Massenstreiks gegen die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters hält er an den Plänen fest - zumindest überwiegend. Denn während weitere Demonstrationen angekündigt wurden, werden Detailänderungen geprüft.
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HB PARIS. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hält ungeachtet der landesweiten Proteste am Kern seiner Rentenreform fest. An der geplanten Erhöhung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre werde sich nichts ändern, erklärte der Präsident am Mittwoch. Er habe die Regierung aber beauftragt, einzelne Änderungen zu prüfen. Das betreffe vor allem Arbeitnehmer, die durch einen frühen Berufseinstieg sehr viele Arbeitsjahre hätten, und solche mit besonders schweren Tätigkeiten.

Am Dienstag hatten die größten Streiks seit 2003 den Bahn - und Luftverkehr teilweise lahmgelegt. Nach Gewerkschaftsangaben gingen mindestens 2,5 Mio. Menschen in mehr als 100 Städten gegen die Rentenreform auf die Straße. Nach offiziellen Angaben lag die Teilnehmerzahl bei 1,1 Millionen. Weitere Streiks und Demonstrationen kündigten die Gewerkschaften für den 23. September an. Die Regierung will die Rentenreform bis Ende Oktober verabschieden.

"Es ist eine Machtprobe", sagte Jean-Claude Mailly, Chef der in der Rentenfrage radikalsten Arbeitnehmervertretung Force Ouvriere. "Das Gesetz muss komplett neu geschrieben werden." Dagegen sagte der Chef der regierenden UMP-Partei, Xavier Bertrand: "Es ist einfach nicht möglich, das Gesetz zurückzuziehen - auch wenn das immer wieder gefordert wird."

In der Rentenreform sehen manche Beobachtern das Kernvorhaben der fünfjährigen Amtszeit Sarkozys. Anfang 2012 stehen Wahlen an, derzeit ist die Popularität des Präsidenten aber am Boden.

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