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Französische Sozialisten: Hollande geht auf Tuchfühlung mit der Macht

Die französischen Sozialisten haben am Sonntag ihren Kandidaten für die anstehende Präsidentschaftswahl gewählt. Traut man ersten Hochrechnungen, wird François Hollande der Herausforderer von Präsident Nicolas Sarkozy.

ParisDer frühere Parteichef François Hollande geht für die französischen Sozialisten als Kandidat um die Präsidentschaft im nächsten Jahr ins Rennen. Der 57-Jährige gewann die Stichwahl am Sonntag mit rund zwölf Prozentpunkten Vorsprung deutlich vor seiner Mitbewerberin Martine Aubry, wie die Partei nach Auszählung von
zwei Dritteln der Stimmen mitteilte. Rund drei Millionen Menschen hatten sich an den ersten Vorwahlen in Frankreich beteiligt.

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Aubry gestand knapp zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale ihre Niederlage ein. „Hollande ist unser Kandidat für 2012“, sagte die Parteichefin, die ihr Amt für die Vorwahlen ruhen ließ. „Ich werde alle meine Energie und meine Kraft einsetzen, damit er in sieben Monaten der neue Präsident wird“. Nun sei die Stunde
gekommen, hinter dem Kandidaten zusammenzustehen.

Francois Hollande wird zum Sarkozy-Herausforderer. Quelle: dpa
Francois Hollande wird zum Sarkozy-Herausforderer. Quelle: dpa

Nach Auszählung von zwei Millionen Stimmen lag Hollande bei 56,4 Prozent, Aubry kam auf 43,6 Prozent. Schon in der ersten Runde hatte sich ein Sieg Hollandes abgezeichnet, der im Frühjahr Amtsinhaber Nicolas Sarkozy herausfordern will. Unter damals noch sechs Bewerbern hatte der Regionalpolitiker aus dem zentralfranzösischen Departement Corrèze mit 39 Prozent in Führung gelegen, vor Aubry mit 30 Prozent. Im Lauf der Woche hatten sich dann alle vier ausgeschiedenen Mitbewerber hinter Hollande gestellt.

Der Favorit hatte im Vorwahlkampf auf versöhnliche Töne gesetzt und sich auch durch die Angriffe von Aubry nicht aus dem Konzept bringen lassen. Die 61-Jährige hatte Hollande zu schwammige Positionen vorgeworfen. Außerdem fehle dem 57-Jährigen, der nie ein Ministeramt hatte, die Regierungserfahrung.

Ein Jahr Nicolas Sarkozy Der unbeliebte Präsident bling-bling

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Ursprünglich war der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Sozialisten gewesen. Doch der 62-Jährige musste seine Pläne begraben, nachdem er in den USA wegen versuchter Vergewaltigung festgenommen wurde. Während Hollande
schon vor der Affäre Strauss-Kahn als Präsidentschaftsbewerber feststand, hatte Aubry lange gezögert, ob sie ins Rennen gehen soll. Die Tochter des früheren EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors entschied sich erst im Juni für eine Bewerbung bei den Vorwahlen.

Hollande, der am Samstag offiziell zum Kandidaten gekürt wird, wirbt damit, ein „normaler“ Präsident sein zu wollen. Damit will der eher bieder wirkende Politiker sich von Sarkozy abheben, der am Anfang seiner Amtszeit einen glamourösen Lebensstil pflegte und zuletzt im Zusammenhang mit mehreren Affären genannt wurde.
Sarkozy hat seine Kandidatur noch nicht offiziell gemacht.

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