Französische Unternehmer fürchten um Image und Wachstum
Krawalle treffen Frankreichs Wirtschaft

Wegen der anhaltend schweren Unruhen in den französischen Vorstädten sehen Unternehmen und Regierung nun auch die Wirtschaft in Gefahr.

ali PARIS. Frankreichs Wirtschaft warnte vor negativen Folgen für das Land. Die Präsidentin des größten Arbeitgeberverbandes Medef, Laurence Parisot, fürchtet, dass die seit elf Tagen anhaltenden Krawalle „schwere Konsequenzen“ für die Investitionen haben. Tourismusminister Léon Bertrand sagte dem Handelsblatt, sollte die Gewalt jugendlicher Banden anhalten, würde dies „das Image Frankreichs schädigen“. Der Tourismus ist ein Eckpfeiler der französischen Wirtschaft. Parisot kritisierte: „Was derzeit in unserem Land passiert, das hat es so noch nie gegeben.“

Ökonomen erwarten, dass die Gewaltausbrüche das Verbrauchervertrauen der Franzosen weiter schwächen und die lahmende Wirtschaft zusätzlich beeinträchtigen werden. „Die Unruhen sind das Letzte, was die französische Wirtschaft gebrauchen kann“, sagte der Chefökonom des Forschungsinstituts Xerfi, Nicolas Bouzou. Nach einem Wachstum von 0,4 Prozent im ersten Quartal 2005 legte die Wirtschaft im zweiten Quartal nur noch um 0,1 Prozent zu. Hinzu kommt, dass ausländische Investoren Frankreich meiden. Bereits 2004 haben sich die ausländischen Investitionen nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung halbiert – Ökonomen rechnen damit, dass sich dieser Trend jetzt noch verstärkt.

Parisot forderte nach den bisher schwersten Ausschreitungen, jetzt müsse „die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung oberste Priorität haben“.

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