Französischer Einsatz
Zwei Soldaten in Zentralafrika getötet

Nur wenige Tage nach Beginn der Militärintervention beklagt Frankreich die ersten toten Soldaten. Präsident François Hollande will heute noch in das Krisenland reisen. In den vergangenen Tagen starben 400 Menschen.
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ParisBei ihrem ersten Nachteinsatz im Kampf gegen Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik sind zwei französische Soldaten gefallen. Die beiden Fallschirmjäger seien in der Nacht zum Dienstag in der Hauptstadt Bangui getötet worden, teilte das französische Präsidialamt in Paris mit. „Sie haben ihr Leben verloren, um das vieler anderer zu retten.“ Die beiden Soldaten seien bei Gefechten in der Nähe des Flughafens ums Lebens gekommen. Hollande sprach den Angehörigen der Soldaten sein tiefes Beileid aus und bekräftigte sein Vertrauen in die französischen Streitkräfte, um die Sicherheit in dem Krisenland wieder herzustellen.

Hollande wollte noch am Abend nach der Trauerfeier für Nelson Mandela in Johannesburg das Krisenland besuchen, in das er 1600 Soldaten geschickt hat. Diese sollen an der Seite der afrikanischen Union dem bedrängten Übergangspräsidenten Michel Djotodia im Kampf gegen muslimische Rebellen beistehen. Erst am Montag hatten die französischen Soldaten mit der Entwaffnung der Aufständischen begonnen. Bei Kämpfen zwischen Armee und Rebellen sind in Bangui in den vergangenen Tagen 400 Menschen umgekommen.

Die von den Franzosen begonnene Entwaffnung der Milizen sei Voraussetzung für ein Ende der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik, bekräftigte Steffen Krüger, Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Demokratischen Republik Kongo in einem Interview mit dem WDR. Zur Zeit gebe es keine Alternative. Nur das schnelle Eingreifen der französischen Truppen könne kurzfristig die Gewalt beendet werden, erklärte Krüger.

Der Militäreinsatz wurde nach einer roten Schmetterlingsart „Sangaris“ genannt und soll „Minimum an Sicherheit“ schaffen, um einen humanitären Einsatz in der französischen Ex-Kolonie zu ermöglichen. Die Soldaten sollen so lange wie nötig bleiben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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