Französisches Parlament
Wenn Twitter zur Waffe wird

Abgeordnete haben den Kurznachrichten-Dienst Twitter derart für ihre Kleinkriege missbraucht, dass der Parlamentspräsident einschreiten musste. Anlass der 140-Zeichen-Schlacht war die Debatte über die Homo-Ehe.
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ParisTwitter-Krieg im französischen Parlament: Nach einer Reihe aggressiver Kurzbotschaften von Abgeordneten im Internet ist in Paris eine erregte Debatte darüber im Gange, ob die Nutzung von Twitter im Parlament ganz untersagt werden sollte. Parlamentspräsident Claude Bartolone von den regierenden Sozialisten lehnte einen solch drastischen Schritt am Mittwoch zwar ab. Er forderte aber „Spielregeln" für den Twitter-Gebrauch und verlangte, die Abgeordneten müssten die Nutzung des Kurzbotschaften-Dienstes „lernen".

Hintergrund ist die erbitterte Auseinandersetzung zwischen der linken Regierungsmehrheit und der konservativen Opposition um die geplante Einführung der Homo-Ehe in Frankreich. Seit der Gesetzesentwurf der Sozialisten im Parlament beraten wird, kam es zu einer ganzen Reihe böser Twitter-Botschaften aus der Nationalversammlung.

Auslöser für die Forderungen nach einem völligen Verbot der Kurzbotschaften war ein Tweet eines konservativen Abgeordneten, der am Dienstag das Foto eines anderen Parlamentariers verschickte, der während der Debatte Scrabble spielte. Ein Sozialist wurde namentlich als „Spieler" denunziert mit dem Hinweis: „Homo-Ehe, Adoption (...), dieser Abgeordnete entscheidet über das Schicksal der Kinder Frankreichs."

Die Regierungsfraktion prangerte den Tweet als „verleumderisch" an, denn der Abgeordnete auf dem Foto, der nur von hinten zu sehen ist, könne nicht der angeschwärzte Sozialist sein – der habe eine beginnende Glatze, während der „Spieler" auf dem Foto volles Haar habe.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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