Franzosen honorieren 100-Tage-Bilanz des Premiers
Villepin empfiehlt sich für höhere Weihen

Es ist ein Bild mit starker Symbolkraft: Die heutige Sitzung des französischen Ministerrats wird Premierminister Dominique de Villepin leiten. Er vertritt den erkrankten Staatspräsidenten Jacques Chirac.

HB PARIS. Villepin bekräftigt zwar, „keinerlei Ambitionen auf die Präsidentschaft“ zu haben. Doch für Beobachter ist der seit 100 Tagen amtierende Premier im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für Innenminister und UMP-Chef Nicolas Sarkozy geworden. 58 Prozent der Franzosen halten den Regierungschef laut einer Umfrage für einen „guten Kandidaten“ des bürgerlichen Lagers. Sarkozy liegt mit 63 Prozent nur knapp vorn.

„Es wird eine fürchterliche Schlacht zwischen den beiden geben“, prophezeit Yves Derai. Der Journalist hat zusammen mit seinem Kollegen Aymeric Mantoux rechtzeitig zur 100-Tage-Feier des Premiers ein Buch über Villepin auf den Markt gebracht, das auch einige peinliche Enthüllungen enthält. Der Titel: „Der Mann, der sich zu sehr liebte“ (L’homme qui s’aimait trop). Derai ist davon überzeugt, dass Villepin sehr wohl Ambitionen hat, Chirac als Präsident nachzufolgen.

Der Zweikampf der beiden Spitzenpolitiker hat durch die plötzliche Krankheit des Staatspräsidenten neuen Auftrieb bekommen. Denn selbst Vertreter des eigenen politischen Lagers rechnen kaum mehr damit, dass Chirac 2007 für eine dritte Amtszeit kandidieren kann. „Der Zwischenfall mit der Durchblutungsstörung macht die These einer dritten Kandidatur unwahrscheinlicher“, sagt etwa Dominique Paillé, Abgeordnete der bürgerlichen UMP, die einst von Chirac gegründet wurde und heute von seinem Rivalen Sarkozy geleitet wird.

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