Fraport in Griechenland
Privatisierungswelle für Flughäfen schreitet voran

Mehr als geplant – aber weniger, als sich die Institutionen erhofft haben: Griechenland privatisiert seine Flughäfen, den Zuschlag bekommt Fraport in den nächsten Tagen. Das Filetstück aber hat noch keinen Käufer.

AthenGriechenland rechnet im kommenden Jahr mit Erlösen von drei Milliarden Euro aus dem Verkauf von Staatsbesitz. Das ist deutlich mehr als im Haushaltsplan vorgesehen, liegt aber unter den im Rettungsplan angepeilten Einnahmen, wie der Chef der Privatisierungsbehörde, Stergios Pitsiorlas, am Dienstag sagte. Die Regierung in Athen hat sich in dem bis 2017 laufenden Rettungsprogramm verpflichtet, 6,4 Milliarden Euro durch den Verkauf von Staatsbeteiligungen einzunehmen. Für das kommende Jahr waren zunächst Erträge von 3,7 Milliarden Euro geplant. Im Staatshaushalt wurden allerdings nur 1,9 Milliarden angesetzt.

Zum Verkauf stehen unter anderem 14 Regionalflughäfen, für die der deutsche Flughafenbetreiber Fraport innerhalb der nächsten Tage den Zuschlag erhalten soll. Die Regierung in Athen werde den Vertrag innerhalb der kommenden zehn Tage unterzeichnen, sagte Pitsiorlas. Das Geschäft hat ein Volumen von 1,2 Milliarden Euro. Es ist die erste größere Privatisierung des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

Fraport war bereits vor einem Jahr zusammen mit dem griechischen Partner Copelouzos als Favorit aus einem Bieterrennen für die Flughäfen hervorgegangen, die größtenteils auf Ferieninseln wie Korfu und Mykonos liegen. Durch die Neubildung der Regierung in Griechenland hatte sich der Verkaufsprozess aber verzögert.

Die Privatisierung des größten Hafens Piräus lässt unterdessen weiter auf sich warten. Die Frist für die Abgabe eines verbindlichen Angebots sei erneut um eine Woche bis zum 21. Dezember verlängert worden, sagte Pitsiorlas weiter. An dem Hafen sind die chinesische Cosco sowie der dänische Hafenbetreiber APM interessiert. Fortschritte bei Privatisierungen waren eine wichtige Bedingung für das dritte Hilfspaket, das die Regierung in Athen mit den Euro-Partnern ausgehandelt hat.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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