Frauen und Kinder unter den Opfern
Dutzende Tote nach Luftangriffen in Afghanistan

Bei Luftangriffen der US-geführten Koalitionstruppen gegen Aufständische im Süden von Afghanistan sind nach Angaben afghanischer Behörden bis zu 130 Menschen getötet worden.

HB KABUL. Darunter seien auch mehrere Frauen und Kinder. Der britische Sender BBC berichtete am Samstag unter Berufung auf Anrufe von Bewohnern der bombardierten Region von mehr als 50 zivilen Opfern. Eine Sprecherin der NATO-geführten Schutztruppe ISAF, Oberst Maria Carl, sagte dagegen, die Zahl der getöteten Zivilisten sei geringer als von den afghanischen Behörden angegeben.

Das Bombardement erfolgte in der Nacht zum Samstag nach einem Angriff von Aufständischen im Bezirk Gerischk in der Provinz Helmand, wie der Bezirksvorsteher von Gerischk, Hadschi Dur Alishah, der mit der Untersuchung des Vorfalls beauftragt wurde, mitteilte. Zunächst seien dort am Freitag zwei US-Militärfahrzeuge auf Landminen gefahren und explodiert. Danach hätten die Rebellen die Soldaten angegriffen. Bei dem Bombardement seien nahe der Kleinstadt Gerischk zwischen 120 und 130 Zivilisten und Bewaffnete getötet worden, sagte Alischah weiter. Behördenvertreter, die in das bombardierte Dorf entsandt worden seien, hätten von mehreren getöteten Kindern und Frauen berichtet. Fünf Häuser seien völlig zerbombt worden. Die Dorfbewohner seien „so außer sich“, dass sie dem Untersuchungsteam eine umfassende Mitarbeit verwehrt hätten, sagte Alischah.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die wachsende Zahl von zivilen Opfern beim Kampf gegen die Aufständischen bereits mehrfach beklagt und mehr Zurückhaltung gefordert. Karsai hatte sich besonders empört über die 25 zivilen Todesopfer beim NATO-Beschuss eines anderen Dorfes in Gereschk vor einer Woche gezeigt.

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