Frauenrechte
US-Senatskandidat schockiert mit Äußerung zu Vergewaltigungen

Nach echten Vergewaltigungen würden Frauen nur sehr selten schwanger, weil sie dann Möglichkeiten hätten, eine Schwangerschaft zu verhindern. Diese Aussage des US-Senatskandiaten Todd Akin sorgt für Fassungslosigkeit.
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Mit bizarren Äußerungen zu Schwangerschaften als Folge von Vergewaltigungen hat ein Senatsbewerber der Republikaner für Wirbel im US-Wahlkampf gesorgt. Während sich der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und dessen Vize Paul Ryan am Montag eilig von ihrem Parteifreund Todd Akin distanzierten, verurteilte Präsident Barack Obama die "anstößige" Bemerkung scharf.

Akin ist Abgeordneter im Repräsentantenhaus aus Missouri, Kandidat der Republikaner für den Senatssitz des Bundesstaates - und erbitterter Gegner von Abtreibungen. In einem am Sonntag verbreiteten Fernsehinterview konstatierte der Politiker, dass Schwangerschaften nach Vergewaltigungen "eher selten" seien. "Wenn es sich um eine wirkliche Vergewaltigung handelt, hat der weibliche Körper Möglichkeiten, mit denen er versucht, das Ganze zu verhindern", sagte Akin.

Der erzkonservative Politiker lehnt den Abbruch von Schwangerschaften grundsätzlich ab, auch bei Vergewaltigungsopfern. In dem Interview sagte Akin, dass der Täter nach einer Vergewaltigung bestraft werden müsse, nicht aber das ungeborene Kind. Einer Studie aus dem Jahr 1996 zufolge gibt es in den USA jedes Jahr mehr als 32.000 Schwangerschaften als Folge von Vergewaltigungen. Die Wahrscheinlichkeit liegt demnach für vergewaltigte Frauen im Alter von zwölf bis 45 Jahre bei fünf Prozent.

Das Präsidentschaftsduo der Republikaner ging umgehend auf Abstand zu Akin. "Eine Regierung unter Romney und Ryan wäre nicht gegen Abtreibungen nach Vergewaltigungen", versicherten sie in einer Mitteilung. Romney legte später in einem Interview mit der konservativen Webseite "National Review Online" nach. Die Äußerungen von Akin seien "beleidigend, unentschuldbar und, offen gesagt, falsch", sagte er.

Obama kritisierte, dass Akin offenbar verschiedene Formen der Vergewaltigung unterscheiden wolle. "Vergewaltigung ist Vergewaltigung", sagte der Präsident bei einer Pressekonferenz. Claire McCaskill, derzeitige demokratische Senatorin aus Missouri, gegen die Akin antreten will, kritisierte dessen Worte als "beleidigend" und "ignorant". Zugleich warb sie auf ihrer Internetseite um Spenden für ihren eigenen Wahlkampf, um Akin zu verhindern.

Akin selbst entschuldigte sich später für einen Teil seiner Äußerungen. "Es ist klar, dass ich mich in diesem Interview versprochen habe", erklärte er. Was er gesagt habe, spiegele nicht das "Mitgefühl, das ich für die tausenden jedes Jahr vergewaltigten und missbrauchten Frauen empfinde", wider. Von seiner Ansicht, dass kein Kind abgetrieben werden dürfe, auch nicht nach einer Vergewaltigung, rückte Akin jedoch nicht ab. "Ich glaube zutiefst an den Schutz jeglichen Lebens", stellte er klar.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Sind solche Interviews nicht der Beweis dafür , dass die Evolution doch nicht stattfand ? Haben die Krrationisten recht ?



  • Seit 500 Jahren vergewaltigen die europäischen Amerikaner alles und Jeden.

    Zuerst die Natives, dann die Spanier in Mexico, anschließend sich selbst im Bürgerkrieg. Und seitdem der vorbei ist, vergewaltigen sie weltweit ganze Nationen, um Ihnen die "Demokratie" zu bringen. Was will man von so einer Nation schon erwarten als genau diese Art von Präsidentschaftskandidaten.

    Der allergrößte Raper wird dann Präsident. Der ist aber dann auch nur ein Opfer und eine Marionette, raped aber mit Vorliebe in Guantanamo etc.

    Lincoln und Kennedy waren da vielleicht Ausnahmen. Die waren aber auch nicht so beliebt, weil sie wollten, dass der Staat sein eigenes Geld macht.

    Was zeigt uns das? Das amerikanische Volk wird von Verbrechern regiert. Und wie ist das bei uns?

    Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
    müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

    Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt.

    Unsere Regierung will es dabei so belassen. Nett, oder?

    Es wird llangsam an der Zeit, dass wir einen echten Staat gründen und die BRD Finanz Ges.m.b.H auflösen, bevor wir mit dem ESM ein Teil der EU Ges.m.b.H werden.

  • Naja, hoffentlich kann der Körper der Frau auch Abwehrmaßnahmen gegen solche gedanklichen Kerkermeister entwickeln. Offensichtlich sind in dem angeblich so fortschrittlichen Land noch Leute unterwegs, die das Geschlechtsteil des Mannes über den Verstand setzen, denn dieser könnte durchaus genau diesen Verstand benutzen, Vergewaltigungen erst garnicht zustande kommen zu lassen.
    Also "Abwehrmechanismen des Mannes" dagegen entwickeln, man muß die Natur eben einfach dafür arbeiten lassen.
    Also einen natürlichen Wettstreit der Föten ob durch Gewalt gezeugt oder nicht?
    Man man, ist das peinlich für einen zivilisierten Menschen.

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