Freie Wahlen
Demokratischer Neubeginn in Nigeria

Viele Jahre lang schienen demokratische Wahlen in Nigeria unmöglich. Bei der gestrigen Präsidentenwahl zogen internationale Beobachter jedoch eine positive Bilanz: Es zeichnet sich eine faire Abstimmung ab.
  • 0

KayawaIn Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, ist die Präsidentenwahl am Samstag weitgehend friedlich verlaufen. Nach den von Gewalt und Betrug überschatteten Wahlen in den Jahren zuvor zogen internationale Beobachter eine zunächst positive Bilanz.

Aus dem Nordosten gab es allerdings Meldungen über gewalttätige Zwischenfälle, ein Polizist wurde dort erschossen.

Nur vereinzelte Unregelmäßigkeiten

Die EU-Wahlbeobachter sagten, die meisten Wahllokale hätten pünktlich geöffnet und es seien nur wenige Vorkommnisse etwa mit fehlenden Wahlunterlagen festgestellt worden.

Amtsinhaber und Favorit der Wahl Goodluck Jonathan sprach von einem Neuanfang für Nigeria. Er erwarte einen Sieg, werde sich aber nicht in den Wahlprozess einmischen. Gegen ihn traten unter anderen der frühere Militärmachthaber Muhammadu Buhari und der Korruptionsbekämpfer Nuhu Ribadu an. Der Muslim Buhari kann mit der Unterstützung des überwiegend muslimischen Nordens rechnen. Jonathan ist Christ aus dem Süden.

Der frühere Präsident von Botsuana, Festus Mogae, sagte, viele Nigerianer hätten in den vergangenen Jahrzehnten den Glauben daran verloren, dass Wahlen den Willen des Volkes ausdrücken können. "Aber heute haben die Menschen gezeigt, dass sie das ändern können", sagte Mogae, der die Wahlbeobachtergruppe des Commonwealth leitete. "Wir scheinen Zeuge geworden zu sein, wie sich ein Gigant Afrikas selbst reformiert und sein Haus in Ordnung bringt."

73,5 Millionen Nigerianer sind wahlberechtigt

Rund 73,5 Millionen Nigerianer waren stimmberechtigt. Der Wahlsieger benötigt in mindestens zwei Dritteln der 36 nigerianischen Bundesländer einen Stimmenanteil von 25 Prozent. Beobachter erwarteten, dass keiner der Bewerber in der ersten Runde eine ausreichende Mehrheit erhält und eine Stichwahl nötig wird.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Freie Wahlen: Demokratischer Neubeginn in Nigeria"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%