Freigabe der Atomaufsicht
Japan darf zur Atomkraft zurückkehren

Die japanische Atomaufsicht ermöglicht dem Land die Rückkehr zur Kernkraft. Zwei Reaktoren sind trotz eines Restrisikos für sicher erklärt worden. Mit dieser Entscheidung sind jedoch viele Japaner nicht einverstanden.
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TokioTrotz Protesten in der Zivilgesellschaft hat die japanische Atomaufsichtsbehörde zwei abgeschaltete Akw-Reaktoren für sicher erklärt – und damit eine Rückkehr zur Kernkraft ermöglicht. Die Atomregulierungsbehörde NRA veröffentlichte am Mittwoch einen mehr als 400 Seiten starken Bericht, demzufolge die Anlage Sendai 1 und Sendai 2 in Südjapan sicher genug ist, um wieder ans Netz zu gehen.

Der Bericht ist das erste derartige Unbedenklichkeitszeugnis, seit die Regierung im vergangenen Jahr die Sicherheitsanforderungen verschärfte. NRA-Chef Shunichi Tanaka sah sich vor Journalisten in Tokio indes zu einer Einschränkung gezwungen: „Wir können niemals sagen, dass überhaupt kein Risiko besteht.“

Ein Neustart in Sendai vor dem Herbst ist ohnehin unwahrscheinlich: Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe und die Betreiberfirma Kyushu Electric Power haben bereits vereinbart, die Bevölkerung und örtliche Behörden in eine Entscheidung über das Hochfahren der Anlage einzubinden. Dies könnte mehrere Monate dauern.

Erschwerend kommt hinzu, dass nicht klar geregelt ist, wer die endgültige Entscheidung zum Wiederhochfahren der Reaktoren treffen muss, wie der Politologe Tomoaki Iwai von der Nihon-Universität erläuterte. „Weil niemand die Verantwortung für eine solch schwierige Entscheidung übernehmen will, wird wahrscheinlich der Regierungschef das letzte Wort haben.“

Während der im Internet übertragenen, öffentlichen Abschlusssitzung der Regulierungsbehörde protestierten einige Atomkraftgegner gegen die Entscheidung und riefen „Schämt Euch!“. Auch vor der Anlage in Sendai gab es Proteste. Abe hingegen begrüßte den Beschluss als „Schritt nach vorne“.

Kritiker betrachten die Aufsichtsbehörde als Marionette der Atomlobby und nicht als unabhängige Prüfungsstelle. Die NRA habe „dem enormen Druck der Atomindustrie und der Regierung Abe nachgegeben, (...) anstatt die Sicherheit der Menschen an erste Stelle zu setzen“, kritisierte die Umweltorganisation Greenpeace Japan.

Im März 2011 hatten ein Erdbeben und ein Tsunami das Kernkraftwerk Fukushima im Nordosten Japans zerstört und zum folgenschwersten Atomunglück seit dem Unfall von Tschernobyl im Jahr 1986 geführt. Japan schaltete danach seine mehr als 50 Atomreaktoren ausnahmslos ab. Zwei Reaktoren wurden im vergangenen Jahr vorübergehend wieder hochgefahren, derzeit sind aber alle Anlagen vom Netz.

Nicht zuletzt wegen der geografischen Lage Japans, das häufig von Erdbeben heimgesucht wird, sind die Sicherheitsvorkehrungen für Atomkraftwerke fortwährend umstritten. Erst am Wochenende war nach einem Beben der Stärke 6,8 eine Tsunamiwelle auf die japanische Ostküste zugerollt, die jedoch nur wenige Zentimeter hoch war und keine bedeutenden Schäden verursachte. Am Mittwochnachmittag ereignete sich in der Küstenregion Hamadori unweit des Kraftwerks Fukushima ein weiteres Erdbeben, das mit einer Stärke von 4,6 relativ schwach ausfiel und keinen Tsunami auslöste.

Abe will die skeptische Bevölkerung von einer Rückkehr zur Kernkraft überzeugen, die einst mehr als ein Viertel des japanischen Energiebedarfs deckte. Nach der Rückkehr zu kostspieligen fossilen Energieträgern waren die Strompreise in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt stark gestiegen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Freigabe der Atomaufsicht : Japan darf zur Atomkraft zurückkehren"

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  • Das diese Ökosozialisten von Greenpeace in den Deutschen Medien immer wieder einen negativen Unterton verbreiten.
    Die Kernkraft ist sicher und zuverlässig. Das ist weltweit ein Fakt. Auch der Großteil der japanischen Bevölkerung befürwortet weiterhin die billige, sichere und zuverlässige Stromversorgung via Kernenergie!

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